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ZukunftsPlan I 2025: Solider Aktien-Dachfonds mit guter Wertentwicklung, aber klarer Kosten- und Klumpenrisikostruktur

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des ZukunftsPlan I für 2025 ein insgesamt robustes und nachvollziehbares Bild: Der Fonds hat in einem freundlichen Aktienmarktumfeld eine Jahresperformance von 7,7 % erzielt und sein Fondsvermögen auf 3,43 Mrd. Euro gesteigert. Positiv ist vor allem, dass das Management die starke Aktienmarktphase konsequent genutzt und den Investitionsgrad zum Jahresende mit 98,1 % sehr hoch gehalten hat. Das war renditeseitig sinnvoll, bedeutet aber zugleich, dass Anleger hier faktisch in einen nahezu voll investierten globalen Aktienfonds-Dachfonds investieren – nicht in eine ausgewogene Mischfonds-Lösung mit größerem defensivem Puffer.

Die Anlagestrategie ist klar auf langfristiges Kapitalwachstum ausgerichtet. Der Fonds investiert nicht direkt breit über Einzeltitel, sondern über Zielfonds und ETFs. Das erhöht zwar die Diversifikation auf der Einzeltitelebene und nutzt Spezialistenwissen verschiedener Fondsmanager, schafft aber zugleich eine zweite Gebührenebene und das Risiko von Überschneidungen zwischen den Zielfonds. Genau dieses Risiko wird im Bericht selbst angesprochen: Mehrere Zielfonds können ähnliche Positionen halten. Für Anleger heißt das: Die Streuung sieht auf Fondsebene breit aus, ist aber wirtschaftlich teilweise weniger diversifiziert, als die lange Liste an Zielfonds zunächst vermuten lässt.

Besonders auffällig ist die starke Aktienlastigkeit. Laut Fondsstruktur lagen 98,06 % des Vermögens in Investmentanteilen, fast ausschließlich Aktienfonds und ETFs. Renten- oder Geldmarktbausteine spielten praktisch keine Rolle, obwohl sie laut Anlagebedingungen grundsätzlich möglich wären. Damit ist der Fonds aus Investorensicht vor allem für Anleger geeignet, die deutliche Schwankungen akzeptieren und einen langen Anlagehorizont haben. Wer bei einem Produktnamen wie „ZukunftsPlan“ eher eine ausgewogene Vermögensverwaltung erwartet, sollte wissen: Das tatsächliche Risikoprofil ist sehr deutlich aktienmarktabhängig.

Die Portfoliozusammensetzung wirkt auf den ersten Blick vernünftig: Schwerpunkte liegen auf Weltaktien, Europa und USA, ergänzt um Schwellenländer und Spezialthemen. Die größten Positionen – etwa Deka-Globale Aktien LowRisk, Deka-DividendenStrategie und Deka-GlobalChampions – zeigen, dass das Management nicht rein passiv investiert, sondern Qualitäts-, Dividenden- und Low-Risk-Ansätze kombiniert. Gleichzeitig fällt auf, dass der Fonds erhebliche Positionen in mehreren MSCI-World-, MSCI-Europe- und US-Strategien hält, darunter sowohl Deka-Produkte als auch iShares-ETFs. Das kann sinnvoll sein, deutet aber auch darauf hin, dass das Portfolio in Teilen thematisch und regional mehrfach ähnlich exponiert ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die starke Bindung an konzerneigene Produkte. Knapp 47,8 % lagen in KVG-eigenen Deka-Investmentanteilen, weitere 12,6 % in gruppeneigenen Fonds. Damit stammen rund 60 % des Fondsvermögens aus dem eigenen Haus bzw. der Gruppe. Das muss nicht negativ sein, ist aber aus Anlegerperspektive relevant: Es stellt sich immer die Frage, ob die Fondsauswahl ausschließlich nach Anlagequalität oder auch nach Konzernlogik erfolgt. Der Bericht liefert hierfür keinen Hinweis auf Fehlsteuerung, aber die hohe Quote ist ein Punkt, den ein kritischer Investor im Blick behalten sollte.

Positiv ist die operative und finanzielle Stabilität. Es gab laut Bericht keine wesentlichen Liquiditätsrisiken und keine besonderen operationellen Risiken. Derivative wurden nur in sehr geringem Umfang eingesetzt; das Exposure war minimal, ebenso das ausgewiesene Leverage von 100,39 %, also praktisch nahe an einem kaum gehebelten Portfolio. Das spricht dafür, dass die Wertentwicklung 2025 im Wesentlichen aus der Aktienallokation und Fondsselektion kam, nicht aus aggressivem Derivateeinsatz.

Auf der Ertragsseite ist erkennbar, dass die Wertentwicklung überwiegend aus realisierten Kursgewinnen kam. Die realisierten Gewinne aus Zielfonds lagen bei über 133 Mio. Euro, während die realisierten Verluste mit rund 9,3 Mio. Euro vergleichsweise moderat blieben. Das ist ein gutes Zeichen für ein aktives Rebalancing in einem steigenden Markt. Gleichzeitig zeigt die Ertragsrechnung, dass der ordentliche Nettoertrag mit 20,2 Mio. Euro deutlich kleiner war als das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist klar auf Kurswachstum, nicht auf laufende Ausschüttungserträge, ausgerichtet. Dass die Erträge vollständig wiederangelegt werden, passt zu diesem Profil.

Ein zentraler Kritikpunkt aus Anlegersicht sind die Kosten. Die ausgewiesene Gesamtkostenquote von 1,59 % ist für einen Dachfonds mit ETF-Bausteinen spürbar hoch. Hinzu kommt, dass zahlreiche Zielfonds eigene Verwaltungsvergütungen tragen. Gerade weil ein erheblicher Teil des Portfolios in standardisierte Märkte wie USA, Europa und Weltaktien investiert, stellt sich die legitime Frage, ob Anleger für diese Kostenstruktur genügend Mehrwert erhalten. Die 1-Jahres-Performance von 7,7 % ist ordentlich, aber nicht so außergewöhnlich, dass sie hohe Kosten automatisch rechtfertigt. Stärker spricht für den Fonds die 3-Jahres-Performance von 13,7 % p.a. sowie 5 Jahre von 9,9 % p.a., was auf solide mittelfristige Ergebnisse hindeutet. Dennoch bleibt die Kostenbelastung ein wesentlicher Faktor für die künftige Nettorendite.

Die Mittelbewegungen zeigen, dass der Fonds zwar netto Mittelzuflüsse hatte, diese mit rund 62,3 Mio. Euro im Verhältnis zum Fondsvolumen aber überschaubar waren. Gleichzeitig waren die Bruttobewegungen mit über 2,25 Mrd. Euro Verkäufen und 2,19 Mrd. Euro Rücknahmen sehr hoch. Das spricht für eine rege Nutzung des Fonds, macht aber auch deutlich, dass der Manager laufend mit erheblichen Cashflows umgehen muss. Bisher scheint das ohne erkennbare Probleme gelungen zu sein.

Im Bereich Nachhaltigkeit ist das Bild gemischt. Einerseits berücksichtigt der Fonds laut Bericht PAI-Kriterien und schließt schwerwiegende negative Nachhaltigkeitsauswirkungen bei Direktanlagen aus. Andererseits wird ausdrücklich festgehalten, dass die zugrunde liegenden Investitionen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten berücksichtigen. Für Anleger heißt das: Das Produkt verfolgt gewisse Nachhaltigkeitsfilter, ist aber kein klar ökologisch ausgerichteter Fonds.

Unterm Strich wirkt der ZukunftsPlan I aus Anlegersicht wie ein gut gemanagter, offensiver Aktien-Dachfonds mit breiter internationaler Aufstellung, solidem Risikomanagement und überzeugender mittelfristiger Historie. Die Kehrseite sind die hohe Aktienabhängigkeit, die relativ hohe Kostenquote und die teils starke interne Produktverflechtung innerhalb der Deka-Gruppe. Für langfristig orientierte Anleger mit höherer Risikotoleranz kann der Fonds interessant sein, vor allem wenn sie eine aktive Vermögenssteuerung innerhalb eines Aktien-Dachfonds wünschen. Für kostenbewusste Anleger oder Investoren, die eine echte Multi-Asset-Stabilisierung erwarten, erscheint der Fonds dagegen weniger attraktiv.

Fazit:
Der Jahresbericht vermittelt insgesamt ein solides, professionell geführtes Produkt, das 2025 von der Aktienhausse profitiert hat. Der Fonds ist aus Investorensicht aber vor allem dann überzeugend, wenn man bewusst ein teureres, aktives Aktien-Dachfondskonzept sucht – nicht, wenn man eine günstige oder defensivere All-in-one-Lösung erwartet.

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