In Niederösterreich beginnt eine neue Phase beim Betrieb von Windkraftanlagen. Erstmals wird ein Windpark ohne das bisher übliche rote Dauerblinken in der Nacht betrieben. Grundlage ist ein politischer Beschluss, der nun umgesetzt wird.
Neue Technik statt Dauerbeleuchtung
Im Windpark Gnadendorf–Stronsdorf im Bezirk Mistelbach kommt erstmals die sogenannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung zum Einsatz. Das bedeutet, dass die Warnlichter an den Windrädern nicht mehr permanent leuchten oder blinken, sondern nur dann aktiviert werden, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug nähert.
Möglich wird das durch ein System der Austro Control. Dieses nutzt Radar- und Flugplandaten, um den Luftraum rund um die Anlagen zu überwachen.
So funktioniert das System
Das System definiert einen Sicherheitsbereich um die Windräder. Dieser umfasst:
- einen Radius von mindestens acht Kilometern
- eine Höhe von mindestens 600 Metern über dem höchsten Punkt der Anlage
Sobald sich ein Flugzeug in diesem Bereich befindet, wird die Beleuchtung automatisch eingeschaltet. Ist kein Flugverkehr in der Nähe, bleiben die Windräder dunkel.
Für Rettungs- und Einsatzflüge gibt es zusätzlich eine Möglichkeit zur manuellen Aktivierung der Beleuchtung über Leitstellen.
Mehr Akzeptanz für Windkraft
Betreiber wie die EVN sehen in der neuen Technik einen wichtigen Schritt. Das bisherige Dauerblinken wurde von vielen Menschen als störend empfunden, vor allem in ländlichen Regionen.
Durch die Reduktion der Lichtemissionen soll die Akzeptanz für Windkraftanlagen steigen. Gleichzeitig bleiben die Sicherheitsstandards im Flugverkehr erhalten.
Ausbau der Windenergie geplant
Die Umstellung betrifft zunächst neue Anlagen. Bestehende Windparks sollen schrittweise nachgerüstet werden. Dafür sind jedoch technische Anpassungen notwendig, etwa die Anbindung an das System der Austro Control.
Langfristig verfolgt Niederösterreich ehrgeizige Ziele beim Ausbau der Windenergie. Die installierte Leistung soll in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Fazit
Mit der neuen Nachtkennzeichnung wird ein häufig kritisierter Aspekt der Windkraft entschärft. Weniger Lichtbelastung bei gleichbleibender Sicherheit könnte dazu beitragen, den Ausbau erneuerbarer Energien gesellschaftlich besser zu verankern.