Autofahrer in Österreich müssen sich ab dem 1. Januar 2027 auf deutlich höhere Strafen bei Verkehrsverstößen einstellen. Das Bundesministerium für Mobilität hat einen neuen, österreichweit einheitlichen Strafenkatalog veröffentlicht. Künftig gelten für Anonymverfügungen in allen Bundesländern dieselben Strafhöhen. Bislang unterschieden sich die Bußgelder je nach Bundesland teilweise erheblich.
Mit der Vereinheitlichung soll mehr Transparenz geschaffen werden. Gleichzeitig steigen zahlreiche Strafen spürbar an. Nach Angaben des Mobilitätsclubs ÖAMTC erhöhen sich die Anonymverfügungen im Durchschnitt um rund 50 Prozent. Der Club begrüßt zwar die bundesweite Harmonisierung, kritisiert jedoch, dass viele Strafbeträge deutlich stärker steigen als die Inflation.
Wer künftig im Halte- oder Parkverbot parkt oder in einer Kurzparkzone die Parkscheibe vergisst, muss mit einer Strafe von 60 Euro rechnen. Das unerlaubte Einfahren in eine Kreuzung bei gelber Ampel kostet künftig 70 Euro. Ebenso teuer wird es, wenn Autofahrer an einer Stopptafel nicht vollständig zum Stillstand kommen.
Auch Geschwindigkeitsverstöße werden teurer. Wer innerhalb geschlossener Ortschaften bis zu 30 km/h schneller als erlaubt fährt, muss künftig – abhängig von der Höhe der Überschreitung – zwischen 50 und 120 Euro bezahlen. Für schwerere Geschwindigkeitsverstöße gelten weiterhin die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, deren Strafrahmen ebenfalls angehoben werden sollen.
Besonders empfindlich werden Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot geahndet. Wer beispielsweise auf der Autobahn unnötig auf dem linken Fahrstreifen bleibt, muss künftig 100 Euro bezahlen. Das verbotene Befahren einer Rettungsgasse schlägt mit 200 Euro zu Buche. Gefährliches Überholen, etwa vor Schutzwegen, kostet künftig 140 Euro, während das unzulässige Überholen auf der rechten Seite mit 115 Euro geahndet wird.
Das Mobilitätsministerium weist darauf hin, dass sich die neuen Strafhöhen an den bislang höchsten Beträgen orientieren, die bereits in einzelnen Bundesländern galten. Während die Erhöhungen in manchen Regionen daher nur gering ausfallen, müssen Autofahrer in anderen Bundesländern mit deutlich höheren Bußgeldern rechnen. Der Bund rechnet durch die Neuregelung mit Mehreinnahmen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr.
Der ÖAMTC fordert nun auch eine österreichweite Vereinheitlichung der sogenannten Organmandate – also jener Geldstrafen, die Polizeibeamte bei einer Kontrolle direkt vor Ort verhängen können. Dabei müsse jedoch darauf geachtet werden, dass eine Harmonisierung nicht automatisch zu weiteren Strafverschärfungen führt.