Die Aufarbeitung der Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geht in eine neue Phase: Der Microsoft-Mitgründer Bill Gates soll im Juni vor dem US-Kongress aussagen. Damit rückt eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Tech-Welt in den Fokus der politischen Untersuchungen.
Anhörung im Juni geplant
Wie US-Abgeordnete bestätigten, wird Gates am 10. Juni vor dem sogenannten House Oversight Committee erscheinen. Dieses untersucht seit Monaten die Hintergründe, Netzwerke und möglichen Verbindungen rund um Epstein.
Ein Sprecher von Gates erklärte, der Unternehmer sei bereit, „alle Fragen zu beantworten“, um die Arbeit des Ausschusses zu unterstützen.
Keine Vorwürfe gegen Gates
Wichtig: Gegen Bill Gates selbst liegen keine Vorwürfe strafbaren Verhaltens vor. Auch in den veröffentlichten Ermittlungsunterlagen wird zwar seine Verbindung zu Epstein erwähnt, jedoch ohne Hinweise auf illegale Aktivitäten.
Die Aufmerksamkeit ergibt sich vor allem aus der breiten Veröffentlichung von Millionen Dokumenten durch das US-Justizministerium. Diese geben Einblick in das Netzwerk Epsteins und enthalten zahlreiche Namen prominenter Persönlichkeiten.
Gates räumt Fehler ein
Gates hatte sich bereits zuvor öffentlich zu seinen Kontakten mit Epstein geäußert. Er bezeichnete die Treffen – die nach eigenen Angaben überwiegend aus Abendessen bestanden – als „schweren Fehler“.
„Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich“, erklärte Gates in einem Interview. Gleichzeitig betonte er, nie auf Epsteins Privatinsel gewesen zu sein und keine Kenntnis von dessen kriminellen Aktivitäten gehabt zu haben.
Berichten zufolge entschuldigte sich Gates auch intern bei Mitarbeitenden seiner Stiftung und übernahm Verantwortung für sein Verhalten.
Politischer Druck wächst
Die Anhörung ist Teil einer umfassenderen politischen Aufarbeitung. Bereits zuvor mussten hochrangige Persönlichkeiten vor dem Ausschuss erscheinen, darunter der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und die frühere Außenministerin Hillary Clinton.
Weitere prominente Zeugen werden in den kommenden Wochen erwartet. Ziel der Untersuchung ist es, mögliche Netzwerke offenzulegen und Versäumnisse bei der Aufklärung der Epstein-Fälle zu beleuchten.
Millionen Dokumente – viele Fragen offen
Zwar wurden bereits Millionen Seiten an Ermittlungsunterlagen veröffentlicht, doch ein großer Teil der Akten ist weiterhin unter Verschluss. Die bisherigen Veröffentlichungen haben jedoch neue Fragen aufgeworfen und den Druck auf Politik und Justiz erhöht, vollständige Transparenz herzustellen.
Fazit
Die geplante Aussage von Bill Gates markiert einen weiteren Höhepunkt in der politischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung des Epstein-Skandals. Auch wenn gegen ihn selbst keine strafrechtlichen Vorwürfe bestehen, zeigt der Fall, wie weitreichend die Verbindungen des verurteilten Straftäters waren.
Die Anhörung könnte dazu beitragen, weitere Hintergründe ans Licht zu bringen – und die Debatte über Verantwortung, Netzwerke und Einfluss in höchsten Kreisen weiter anheizen.