Was auf den ersten Blick nach Hightech-Sicherheit klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ernsthaftes Risiko: Von künstlicher Intelligenz erzeugte Passwörter sind oft überraschend leicht zu knacken. Experten warnen deshalb zunehmend davor, sich bei der Passwort-Erstellung auf KI-Tools wie ChatGPT oder ähnliche Systeme zu verlassen.
Das Problem: Kein echter Zufall
Ein sicheres Passwort lebt von echtem Zufall – und genau daran mangelt es bei vielen KI-generierten Kennwörtern. Zwar liefern Programme scheinbar komplexe Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, doch diese folgen oft versteckten Mustern.
Der Grund liegt im Funktionsprinzip der KI: Sie ist darauf trainiert, Muster zu erkennen und zu reproduzieren. Genau das widerspricht aber dem Ziel sicherer Passwörter, die möglichst unvorhersehbar sein sollten.
Wiederkehrende Muster statt echter Sicherheit
Untersuchungen zeigen, dass KI-Systeme dazu neigen, bestimmte Zeichenfolgen immer wieder zu verwenden. Selbst bei mehreren Versuchen entstehen oft ähnliche oder sogar identische Passwörter.
Das bedeutet: Angreifer können gezielt typische KI-Muster analysieren und sogenannte Wortlisten erstellen. Damit lassen sich viele dieser Passwörter deutlich schneller entschlüsseln als klassische, zufällig generierte Kennwörter.
Hacker haben leichtes Spiel
Für Cyberkriminelle ist das ein klarer Vorteil. Statt Milliarden zufälliger Kombinationen ausprobieren zu müssen, können sie ihre Angriffe auf wahrscheinliche Muster konzentrieren.
Die Folge: Passwörter, die eigentlich sicher wirken, können in Sekunden oder Minuten geknackt werden – statt in Jahren.
Warum KI hier an ihre Grenzen stößt
Das grundlegende Problem ist strukturell: KI ist darauf ausgelegt, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und typische Muster zu erzeugen. Sicherheit hingegen erfordert das Gegenteil – nämlich maximale Unvorhersehbarkeit.
Selbst wenn ein Passwort komplex aussieht, kann es intern nach einem vorhersehbaren Schema aufgebaut sein.
Bessere Alternativen für Nutzer
Experten raten daher klar zu anderen Lösungen:
- Nutzung von Passwort-Managern mit echten Zufallsgeneratoren
- Erstellung von Passwörtern mit mindestens 12 bis 16 Zeichen
- Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
- Verzicht auf erkennbare Muster oder wiederkehrende Strukturen
Passwort-Manager haben dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie erzeugen tatsächlich zufällige Kombinationen und speichern diese sicher.
Fazit
KI kann vieles – aber echte Zufälligkeit gehört nicht zu ihren Stärken. Wer seine Online-Konten schützen will, sollte daher nicht auf KI-generierte Passwörter setzen.
Denn was auf den ersten Blick sicher aussieht, kann sich im Ernstfall als überraschend leicht zu knacken erweisen.