Das Land Thüringen verschärft den Druck auf Influencer: Finanzministerin Katja Wolf hat eine eigene Task-Force ins Leben gerufen, um mögliche Steuerverstöße im Bereich Social Media aufzudecken.
Fokus auf Werbeeinnahmen und Kooperationen
Die neu eingerichtete Einheit besteht aus rund 15 Spezialisten – darunter Steuerfahnder und Betriebsprüfer. Ihr Auftrag:
- Einnahmen von Influencern systematisch überprüfen
- insbesondere Werbedeals und Kooperationen analysieren
- mögliche Steuerverkürzungen aufdecken
Im Fokus stehen dabei mehr als 500 Influencer aus Thüringen.
Plattformen im Visier
Um die Einnahmen nachzuvollziehen, sollen gezielt große Plattformen wie Instagram und YouTube ausgewertet werden.
Die Behörden gehen davon aus, dass sich dort Hinweise auf:
- bezahlte Werbung
- Produktplatzierungen
- Kooperationen mit Unternehmen
finden lassen, die steuerlich relevant sind.
Aufklärung statt nur Kontrolle
Neben der Kontrolle setzt das Finanzministerium auch auf Prävention. Geplant ist eine Informationsbroschüre, die Influencer über ihre steuerlichen Pflichten aufklären soll.
Denn vielen Content-Creatorn sei möglicherweise nicht bewusst:
- welche Einnahmen steuerpflichtig sind
- wie Sachleistungen (z. B. kostenlose Produkte) zu bewerten sind
- welche Dokumentationspflichten bestehen
Kritische Einordnung
Aus Anlegersicht und wirtschaftlicher Perspektive ist der Schritt nachvollziehbar:
- Influencer-Marketing ist ein wachsender Markt mit teils erheblichen Einnahmen
- bisherige Kontrollmechanismen waren begrenzt
- digitale Geschäftsmodelle entziehen sich oft klassischen Prüfstrukturen
Kritisch bleibt jedoch:
- die tatsächliche Höhe der nicht versteuerten Einnahmen ist unklar
- der Ermittlungsaufwand könnte hoch sein
- Abgrenzungen zwischen Hobby und gewerblicher Tätigkeit sind oft schwierig
Fazit
Mit der neuen Task-Force sendet Thüringen ein klares Signal: Auch digitale Einnahmen unterliegen der Steuerpflicht. Für Influencer bedeutet das mehr Kontrolle – aber auch mehr Klarheit. Wer seine Einnahmen sauber dokumentiert und versteuert, hat hingegen wenig zu befürchten.