Die Wahl zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) hat langfristige finanzielle Folgen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Sachsen hin und rät dazu, einen möglichen Wechsel sorgfältig zu prüfen.
Vor allem Selbstständige, Beamte und Angestellte mit einem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze können sich privat versichern. Für junge und gesunde Menschen wirkt die private Krankenversicherung oft attraktiv, da die monatlichen Beiträge anfangs häufig niedriger sind als in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Doch dieser Vorteil kann sich im Laufe der Jahre verändern. „Ein Wechsel der Systeme sollte trotz allem wohlüberlegt sein“, erklärt Alexander Schürer, Leiter der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen in Zwickau. In der privaten Krankenversicherung steigen die Beiträge meist mit zunehmendem Alter und je nach Tarif, unabhängig davon, ob das Einkommen ebenfalls steigt.
Unterschiedliche Berechnung der Beiträge
Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt in der Berechnung der Beiträge.
- In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen.
- In der privaten Krankenversicherung hängen die Kosten von Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang ab.
Beitragsanpassungen sind in der PKV daher üblich, weshalb Versicherte ihre langfristige finanzielle Situation genau im Blick behalten sollten.
Rückkehr in die GKV nur eingeschränkt möglich
Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Das kann etwa der Fall sein, wenn wieder Versicherungspflicht eintritt, zum Beispiel durch ein Angestelltenverhältnis mit Einkommen unterhalb der gesetzlichen Grenze. Ab dem 55. Lebensjahr ist ein Wechsel in die GKV in der Regel kaum noch möglich.
Privatversicherte können allerdings prüfen lassen, ob sich ihre Beiträge durch einen Tarifwechsel oder den Verzicht auf Zusatzleistungen innerhalb der PKV senken lassen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, sich vor einer Entscheidung umfassend beraten zu lassen, um die langfristigen Vor- und Nachteile beider Systeme abzuwägen.