Die Bauwirtschaft steht weiterhin unter Druck – steigende Kosten, schwierige Finanzierung und schwache Nachfrage setzen viele Unternehmen unter Stress. Nun hat es auch ein Bauunternehmen aus Hessen getroffen: Für die Rin Bau GmbH mit Sitz in Wiesbaden wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet.
Gericht bestellt vorläufigen Insolvenzverwalter
Das zuständige Amtsgericht Wiesbaden hat mit Beschluss vom 18. Februar 2026 im Verfahren 10 IN 74/26 einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Mit dieser Maßnahme soll das Vermögen des Unternehmens gesichert und geprüft werden, ob eine Sanierung möglich ist oder eine Abwicklung droht.
Ein solcher Schritt erfolgt in der Regel, wenn ein Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann oder eine Zahlungsunfähigkeit unmittelbar droht.
Bauunternehmen mit breitem Leistungsspektrum
Die Rin Bau GmbH wurde im Jahr 2021 gegründet und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Wiesbaden eingetragen. Das Unternehmen ist im Hoch- und Tiefbau tätig und bietet laut Unternehmensgegenstand ein breites Spektrum an Bauleistungen an. Dazu gehören unter anderem:
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Bau von Wohn- und Geschäftsgebäuden
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schlüsselfertige Bauprojekte
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Umbauten und Altbausanierungen
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Hoch- und Tiefbauarbeiten
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An- und Verkauf von Grundstücken
Allerdings umfasst die Geschäftstätigkeit ausdrücklich keine Bauträgertätigkeiten im Sinne des § 34c Gewerbeordnung.
Neben Bauleistungen führte das Unternehmen auch Arbeiten im Zusammenhang mit Sanierungen und Modernisierungen bestehender Gebäude aus.
Wechsel in der Geschäftsführung
In den vergangenen Jahren kam es auch zu Veränderungen in der Unternehmensführung.
Ursprünglich wurde das Unternehmen von Florentin-Vili Rindunica geführt. Seit September 2023 ist jedoch Gheorghe Corban alleiniger Geschäftsführer der Gesellschaft.
Corban ist laut Handelsregister einzelvertretungsberechtigt und darf die Gesellschaft auch bei Rechtsgeschäften vertreten, die er im eigenen Namen oder als Vertreter Dritter abschließt.
Verbindungen zu weiteren Bauunternehmen
Die Unternehmensdaten zeigen zudem Verbindungen zu weiteren Firmen im Bauumfeld, darunter die RFV-Bau GmbH. Solche Netzwerke sind im Baugewerbe nicht ungewöhnlich, da Projekte häufig über mehrere Gesellschaften oder Kooperationen abgewickelt werden.
Baukrise trifft zunehmend kleinere Unternehmen
Die Insolvenz der Rin Bau GmbH reiht sich in eine Serie von Insolvenzen in der deutschen Bauwirtschaft ein. Besonders kleinere und mittelständische Bauunternehmen geraten derzeit unter Druck.
Zu den wichtigsten Gründen zählen:
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stark gestiegene Baukosten
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hohe Finanzierungskosten durch gestiegene Zinsen
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Projektverschiebungen oder -stornierungen
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schwache Nachfrage im Wohnungsbau
Viele Bauunternehmen leiden zudem unter verspäteten Zahlungen oder ausbleibenden Aufträgen.
Zukunft des Unternehmens ungewiss
Ob der Geschäftsbetrieb der Rin Bau GmbH fortgeführt werden kann, hängt nun vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird prüfen, ob eine Sanierung, ein Investoreneinstieg oder eine geordnete Abwicklung möglich ist.
Für Beschäftigte, Geschäftspartner und Auftraggeber bedeutet die Insolvenz zunächst eine Phase der Unsicherheit – ein Szenario, das derzeit viele Unternehmen der Baubranche betrifft.