Reisende müssen sich erneut auf Einschränkungen im Flugverkehr einstellen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Donnerstag und Freitag zu einem Streik bei der Deutsche Lufthansa aufgerufen. Betroffen sind sowohl Passagierflüge der Kernmarke als auch Flüge der Frachttochter Lufthansa Cargo. Insgesamt sind mehr als 5.000 Beschäftigte zum Arbeitskampf aufgerufen worden.
Vor allem Inlandsflüge betroffen
Die Auswirkungen des Streiks werden vor allem im innerdeutschen Flugverkehr zu spüren sein. Besonders Passagiere an den Flughäfen in Hamburg und Hannover müssen mit Ausfällen rechnen. Dort könnten zahlreiche Verbindungen zu den wichtigen Drehkreuzen in Frankfurt am Main und München gestrichen werden.
Bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine soll der Streik nur am Donnerstag stattfinden. Die Streikmaßnahmen betreffen hingegen beide Tage bei der Kernmarke Lufthansa und bei Lufthansa Cargo.
Nicht betroffen von dem Arbeitskampf sind die Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings. Dort läuft derzeit eine Urabstimmung über mögliche eigene Streikmaßnahmen, die noch bis Mitte März andauern soll.
Bestimmte Ziele bewusst ausgenommen
Die Gewerkschaft hat angekündigt, bestimmte Flugverbindungen bewusst nicht zu bestreiken. Dazu gehören Flüge in mehrere Länder im Nahen Osten, darunter Ägypten, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Bahrain, Irak, Jemen, Libanon sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.
Allerdings werden viele dieser Ziele aktuell ohnehin nicht angeflogen. Hintergrund sind Sicherheitslagen und operative Entscheidungen der Airline. Nach Angaben der Lufthansa bleiben mehrere Strecken in der Region – darunter Flüge nach Dubai, Abu Dhabi, Amman, Erbil, Beirut und Tel Aviv – mindestens bis Mitte März ausgesetzt. Lediglich Verbindungen nach Riad und Jeddah in Saudi-Arabien werden derzeit noch bedient.
Bereits im Februar massive Flugausfälle
Der aktuelle Streik ist nicht der erste in diesem Tarifkonflikt. Bereits im Februar hatten Piloten ihre Arbeit niedergelegt. Damals mussten laut Lufthansa rund 800 Flüge gestrichen werden, was etwa 100.000 Passagiere betraf.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist vor allem der Streit über die betriebliche Altersvorsorge der Pilotinnen und Piloten. Gewerkschaft und Unternehmen konnten sich bislang nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen.
Lufthansa kritisiert Streik
Die Lufthansa reagierte mit deutlicher Kritik auf die Ankündigung der Gewerkschaft. Das Unternehmen bezeichnete den Streik als extrem harte und unverhältnismäßige Maßnahme. Gleichzeitig betonte die Airline, weiterhin zu Gesprächen bereit zu sein, um eine Lösung im Tarifkonflikt zu erreichen.
Für Reisende bedeutet der Arbeitskampf erneut Unsicherheit. Passagiere sollten sich daher frühzeitig über den Status ihres Fluges informieren. Bei Flugausfällen oder erheblichen Verspätungen haben Betroffene in vielen Fällen Anspruch auf Ersatzbeförderung oder Entschädigung nach den europäischen Fluggastrechten.