Der verschlüsselte Messenger Signal hat seine Nutzer vor einer neuen Betrugsmasche gewarnt. Hintergrund sind Erkenntnisse niederländischer Geheimdienste über eine internationale Hacker-Kampagne, bei der gezielt hochrangige Nutzer des Messengerdienstes ins Visier genommen wurden.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden versuchen Angreifer, über raffinierte Phishing-Methoden Zugang zu einzelnen Nutzerkonten zu erlangen. Dabei geben sich die Täter unter anderem als Support-Mitarbeiter des Messengers aus.
Geheimdienste entdecken internationale Hacker-Kampagne
Die Warnung geht auf Ermittlungen der niederländischen Nachrichtendienste zurück, darunter der Militärische Geheimdienst MIVD sowie der Inlandsgeheimdienst AIVD.
Beide Behörden sprechen von einer groß angelegten globalen Cyberkampagne, die offenbar von russischen Akteuren unterstützt wird. Ziel der Angriffe seien vor allem Personen gewesen, die für staatliche Interessen relevant sind.
Zu den potenziellen Zielen gehören laut Behörden:
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Regierungsvertreter
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Militärangehörige
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Diplomaten
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Journalisten
Auch zivile Beamte in verschiedenen Ländern sollen von den Angriffen betroffen gewesen sein.
Messenger selbst nicht kompromittiert
Nach Angaben der Behörden ist der Messenger selbst jedoch nicht gehackt worden. Die Angriffe richteten sich gezielt gegen einzelne Nutzerkonten.
Die Generaldirektorin des niederländischen Geheimdienstes AIVD, Simone Smit, betonte, dass weder Signal noch der ebenfalls betroffene Messenger WhatsApp grundsätzlich kompromittiert worden seien.
Signal bestätigte diese Einschätzung und erklärte, die eigenen Systeme seien weiterhin sicher. Gleichzeitig nehme das Unternehmen die Hinweise auf gezielte Angriffe sehr ernst.
Hacker nutzen raffinierte Phishing-Tricks
Die Angreifer setzten nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden auf sogenannte Phishing-Attacken. Dabei versuchen Kriminelle, Nutzer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben.
In der aktuellen Kampagne gaben sich die Täter als Signal-Support aus und versuchten, an wichtige Zugangsdaten zu gelangen. Besonders im Fokus standen dabei:
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SMS-Bestätigungscodes
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persönliche Signal-PINs
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Zugangsdaten zu verbundenen Geräten
Wenn Angreifer solche Daten erhalten, können sie sich Zugang zum Konto verschaffen oder zusätzliche Geräte mit dem Account verknüpfen.
Ziel: Übernahme von Nutzerkonten
Sobald Hacker Zugriff auf ein Konto erhalten, können sie Nachrichten lesen, Kontakte ausspionieren oder sich gegenüber anderen Nutzern als die betroffene Person ausgeben.
Gerade bei Politikern, Militärangehörigen oder Journalisten kann eine solche Übernahme gravierende Folgen haben – etwa den Zugriff auf vertrauliche Informationen oder Kontakte.
Signal ruft Nutzer zur Vorsicht auf
Der Messenger hat seine Nutzer deshalb aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein. Signal betonte, dass das Unternehmen niemals nach PIN-Codes oder Bestätigungscodes fragen würde.
Nutzer sollten daher misstrauisch sein, wenn sie entsprechende Nachrichten erhalten.
Zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen gehören laut Signal:
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keine Weitergabe von SMS-Codes oder PINs
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Vorsicht bei Nachrichten von angeblichen Support-Mitarbeitern
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Überprüfung von neuen Geräten, die mit dem Konto verbunden sind
Cyberangriffe auf Kommunikationsdienste nehmen zu
Der Fall zeigt, wie stark Kommunikationsplattformen inzwischen im Fokus geopolitischer Cyberoperationen stehen. Verschlüsselte Messenger werden weltweit von Aktivisten, Journalisten und Regierungsvertretern genutzt.
Gerade deshalb versuchen staatlich unterstützte Hackergruppen zunehmend, nicht die Systeme selbst anzugreifen, sondern die Nutzer zu täuschen.
Die niederländischen Behörden warnen, dass ähnliche Kampagnen auch künftig auftreten könnten – und dass besonders Personen mit sensiblen beruflichen Funktionen ein attraktives Ziel für Cyberangriffe bleiben.