Die Folgen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten erreichen zunehmend auch den internationalen Luftverkehr. Nachdem die Ölpreise infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran zeitweise stark gestiegen waren, reagieren erste Fluggesellschaften nun mit deutlichen Preiserhöhungen. Besonders deutlich wird dies bei der neuseeländischen Fluglinie Air New Zealand, die als eine der ersten Airlines weltweit ihre Ticketpreise flächendeckend angehoben hat.
Air New Zealand erhöht Preise auf allen Strecken
Die Fluggesellschaft kündigte an, ihre Ticketpreise wegen der stark gestiegenen Treibstoffkosten zu erhöhen. Betroffen sind dabei sowohl Inlandsflüge als auch internationale Verbindungen.
Konkret steigen die Preise für Economy-Tickets um:
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10 neuseeländische Dollar auf Inlandsstrecken
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20 Dollar auf Kurzstrecken
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90 Dollar auf Langstrecken
Umgerechnet entspricht dies etwa 17 bis 78 Euro je nach Strecke. Die Anpassung betrifft nach Angaben des Unternehmens sämtliche Strecken des Netzwerks.
Kerosinpreise haben sich nahezu verdoppelt
Der Hauptgrund für die Preiserhöhung sind die drastisch gestiegenen Kosten für Flugtreibstoff. Nach Angaben der Airline lag der Preis für Kerosin vor dem Konflikt bei rund 85 bis 90 US-Dollar pro Barrel. Infolge der geopolitischen Spannungen sei der Preis jedoch zeitweise auf 150 bis 200 Dollar pro Barrel gestiegen.
Da Treibstoffkosten einen erheblichen Teil der Betriebsausgaben von Fluggesellschaften ausmachen, geraten Airlines bei starken Preissprüngen schnell unter Druck. Viele Fluggesellschaften geben diese Kosten daher zumindest teilweise an die Passagiere weiter.
Unsicherheit zwingt Airlines zu Vorsicht
Die wirtschaftliche Unsicherheit durch den Konflikt wirkt sich auch auf die Planung der Airlines aus. Air New Zealand setzte deshalb ihre Finanzprognose für das Jahr 2026 vorerst aus. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit der unklaren Entwicklung der geopolitischen Lage und der Energiepreise.
In der Luftfahrtbranche gilt eine stabile Planung als entscheidend, da Fluggesellschaften ihre Kapazitäten und Investitionen meist langfristig kalkulieren müssen.
Auch andere Fluggesellschaften reagieren
Air New Zealand ist nicht die einzige Airline, die Maßnahmen ergreift. Andere Fluggesellschaften haben ebenfalls auf die steigenden Treibstoffkosten reagiert.
Die asiatische Fluglinie Cathay Pacific erhebt beispielsweise bereits einen Kerosinzuschlag von 72,90 US-Dollar pro Strecke auf Flügen zwischen Hongkong und Europa.
Die staatliche Fluggesellschaft Vietnam Airlines wiederum forderte ihre Regierung auf, die Umweltsteuer auf Kerosin vorübergehend auszusetzen, nachdem die Betriebskosten nach eigenen Angaben um 60 bis 70 Prozent gestiegen seien.
Luftraumsperren treiben Preise zusätzlich
Neben den Treibstoffkosten wirken sich auch Luftraumsperren und Umleitungen auf die Ticketpreise aus. Besonders auf den stark frequentierten Verbindungen zwischen Europa und Asien haben sich Flüge verteuert.
Da einige Flugrouten aufgrund der politischen Lage nicht mehr genutzt werden können, müssen Airlines längere Umwege fliegen. Das erhöht sowohl den Treibstoffverbrauch als auch die Flugzeiten.
Ölpreise schwanken stark
Zuletzt zeigte sich jedoch eine gewisse Entspannung auf den Energiemärkten. Nachdem die Ölpreise zuvor deutlich gestiegen waren, fielen sie wieder spürbar. Auslöser war eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der erklärte, der Konflikt könne möglicherweise bald beendet werden.
Daraufhin sank der Ölpreis von einem Hoch von 119 US-Dollar pro Barrel auf etwa 90 Dollar.
Passagiere müssen sich auf höhere Preise einstellen
Trotz dieser kurzfristigen Entspannung rechnen Branchenexperten damit, dass Flugtickets in den kommenden Monaten teurer bleiben könnten. Steigende Treibstoffkosten, geopolitische Unsicherheiten und eingeschränkte Flugrouten könnten den internationalen Luftverkehr weiterhin belasten.
Für Reisende bedeutet das: Der ohnehin teure Flugverkehr könnte in vielen Regionen der Welt noch kostspieliger werden. Besonders auf Langstreckenflügen dürften sich steigende Kosten am deutlichsten bemerkbar machen.