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Neuanfang nach dem Impfstoff-Erfolg: Biontech-Gründer verlassen Vorstand und starten neues mRNA-Unternehmen

MahmudAl (CC0), Pixabay

Die beiden Gründer des Biotechnologieunternehmens Biontech, Ugur Sahin und Özlem Türeci, ziehen sich aus der operativen Führung ihres Unternehmens zurück. Wie der Mainzer Impfstoffhersteller mitteilte, werden die Eheleute spätestens bis Ende des Jahres aus dem Vorstand ausscheiden. Gleichzeitig kündigten sie an, ein neues Unternehmen zu gründen, das sich auf innovative Medikamente auf Basis der mRNA-Technologie konzentrieren soll.

Trotz ihres Rückzugs aus der Unternehmensführung wollen Sahin und Türeci weiterhin Anteilseigner von Biontech bleiben.

Architekten des Corona-Impfstoffs

Ugur Sahin und Özlem Türeci gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlern der deutschen Biotechnologiebranche. Weltweite Aufmerksamkeit erlangten sie im Jahr 2020, als Biontech gemeinsam mit dem Pharmakonzern Pfizer einen der ersten wirksamen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelte.

Der Impfstoff wurde zu einem entscheidenden Instrument im Kampf gegen die Pandemie und machte das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit zu einem globalen Player der Pharmaindustrie.

Für viele galt das Forscherpaar seither als Symbol für wissenschaftliche Innovation und medizinischen Fortschritt.

Neue Firma für die nächste Generation von mRNA-Medikamenten

Mit ihrer neuen Firma wollen Sahin und Türeci nun erneut an der Spitze medizinischer Innovation stehen. Der Fokus soll laut Unternehmensangaben auf der Entwicklung einer neuen Generation von mRNA-basierten Therapien liegen.

Die mRNA-Technologie ermöglicht es, genetische Baupläne in den Körper einzuschleusen, damit dieser selbst bestimmte Proteine produziert. Während sie während der Pandemie vor allem für Impfstoffe genutzt wurde, sehen Forscher darin auch große Chancen für die Behandlung von Krankheiten wie:

  • Krebs

  • seltene genetische Erkrankungen

  • Autoimmunerkrankungen

  • sowie verschiedene Infektionskrankheiten.

Die Technologie gilt deshalb als eines der vielversprechendsten Forschungsfelder der modernen Medizin.

Biontech im wirtschaftlichen Umbruch

Der Rückzug der Gründer erfolgt in einer Phase, in der sich Biontech wirtschaftlich neu orientieren muss. Während der Pandemie erzielte das Unternehmen enorme Gewinne durch den Verkauf seines Covid-19-Impfstoffs.

Mit dem Ende der globalen Impfkampagnen sind die Einnahmen jedoch deutlich zurückgegangen. Zuletzt musste das Unternehmen einen Milliardenverlust verbuchen.

Biontech investiert derzeit stark in neue Forschungsprojekte, insbesondere in Krebstherapien auf mRNA-Basis. Diese langfristigen Entwicklungsprogramme verursachen hohe Kosten und drücken kurzfristig auf die Bilanz.

Symbolischer Schritt für die Branche

Der geplante Abschied von Sahin und Türeci aus dem Vorstand markiert einen bedeutenden Moment für Biontech. Beide hatten das Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut und entscheidend geprägt.

Gleichzeitig zeigt der Schritt, wie dynamisch die Biotechnologiebranche ist. Forschung und Unternehmensgründungen gehen hier oft Hand in Hand – gerade bei neuen Technologien.

Mit ihrer neuen Firma wollen die beiden Wissenschaftler offenbar erneut an der Spitze dieser Entwicklung stehen.

Blick in die Zukunft

Auch wenn Sahin und Türeci den Vorstand verlassen, bleiben sie mit Biontech weiterhin verbunden. Ihre Rolle als Anteilseigner bedeutet, dass sie weiterhin am Erfolg des Unternehmens beteiligt sind.

Gleichzeitig richtet sich der Blick der beiden Forscher bereits nach vorn: auf neue Therapien, neue Technologien – und möglicherweise auf den nächsten großen medizinischen Durchbruch.

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