Nach zwei brutalen Überfällen in Sachsen-Anhalt fahndet die Polizei öffentlich nach drei mutmaßlichen Tätern. Die Männer sollen sich als Paketboten ausgegeben haben, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Überwachungsvideos zeigen das Vorgehen der Täter. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Verdächtigen führen, wurde eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgelobt.
Zwei Überfälle im Abstand von nur einer Woche
Die beiden Taten ereigneten sich im Oktober 2025 in Magdeburg sowie rund 40 Kilometer entfernt im Raum Staßfurt.
Nach bisherigen Erkenntnissen gingen die Täter in beiden Fällen nach dem gleichen Muster vor. Ein Mann, der als Paketbote verkleidet war, klingelte zunächst an der Wohnungstür der späteren Opfer. Nachdem diese geöffnet hatten, verschaffte er sich unter einem Vorwand Zutritt zur Wohnung.
Kurz darauf erschien ein zweiter Täter, der zuvor offenbar im Hintergrund gewartet hatte, und gelangte ebenfalls in die Wohnung.
Ehepaar bedroht und gefesselt
Der schwerwiegendste Überfall ereignete sich am 25. Oktober 2025 in Magdeburg. Dort bedrohten die Täter ein Ehepaar mit Waffen, fesselten die Opfer und durchsuchten anschließend die Wohnung.
Nach Angaben der Ermittler konnten die Räuber Wertgegenstände im mittleren fünfstelligen Bereich erbeuten, bevor sie flüchteten.
Zweite Tat im Raum Staßfurt
Bereits etwa eine Woche zuvor hatte sich ein ähnlicher Überfall im Raum Staßfurt ereignet. Auch dort gelangten Täter über die Paketboten-Masche in die Wohnung einer Frau.
In diesem Fall konnten die Täter jedoch kaum Beute machen. Nach Angaben der Polizei wurde lediglich ein Smartphone entwendet. Ermittler gehen davon aus, dass das Gerät nicht wegen seines materiellen Wertes gestohlen wurde, sondern um zu verhindern, dass die Geschädigte sofort Hilfe rufen oder die Polizei verständigen konnte.
Überwachungsvideos liefern wichtige Hinweise
In beiden Fällen wurden die Täter von Überwachungskameras an den Hauseingängen aufgezeichnet. Die Aufnahmen zeigen den vermeintlichen Paketboten deutlich.
Durch den Vergleich der Bilder kamen die Ermittler zu einem wichtigen Ergebnis:
Der als Paketbote verkleidete Täter war bei beiden Überfällen derselbe Mann.
Auffällig ist jedoch, dass er bei den Taten jeweils von unterschiedlichen Mittätern unterstützt wurde.
Beschreibung der gesuchten Täter
Die Polizei veröffentlicht deshalb detaillierte Beschreibungen der drei gesuchten Männer.
1. Der falsche Paketbote
-
dunkelblonde Haare
-
Dreitagebart
-
trug eine blaue Jacke mit dem Logo des Paketdienstes GLS
2. Mittäter beim Überfall in Magdeburg
-
trug ein T-Shirt der Marke Kappa
-
schwarze Sneaker der Marke New Balance
3. Mittäter beim Überfall im Raum Staßfurt
-
schwarze Jacke mit dem Schriftzug Khujo
-
weißes Basecap von Nike
-
graue Sneaker von Adidas mit orangefarbenen Elementen
Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung
Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung. Die Täter gingen dabei offenbar gezielt und vorbereitet vor.
Die Polizei hofft nun, dass die veröffentlichten Videoaufnahmen entscheidende Hinweise liefern. Die Geschädigten der Überfälle haben deshalb eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung oder Festnahme der Verdächtigen führen.
Polizei warnt vor neuer Raubmasche
Die Ermittler warnen zudem vor der zunehmenden Masche, sich als Paketboten auszugeben, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen.
Die Polizei empfiehlt:
-
Türen nur zu öffnen, wenn tatsächlich ein Paket erwartet wird
-
Lieferanten im Zweifel über Gegensprechanlage zu prüfen
-
bei Verdacht sofort die Polizei zu verständigen
Denn wie der aktuelle Fall zeigt, kann hinter einem scheinbar harmlosen Paketlieferanten eine gefährliche Raubtat stecken.