Der Hamburger Senat will das bestehende Alkoholverbot rund um den Hauptbahnhof um weitere drei Jahre verlängern. Hintergrund sind deutlich gesunkene Zahlen alkoholbedingter Straftaten seit Einführung der Maßnahme vor zwei Jahren.
Betroffen sind vor allem die öffentlichen Flächen rund um den Hamburg Hauptbahnhof. Dazu zählen unter anderem der Hachmannplatz, die Kirchenallee sowie die Steintordamm-Brücke. Dort ist der Konsum von Alkohol seit zwei Jahren untersagt.
Deutlicher Rückgang bei alkoholbedingten Straftaten
Nach Angaben der Behörden hat das Alkoholverbot eine spürbare Wirkung gezeigt. In den ersten beiden Jahren seit Einführung der Regelung ging die Zahl der Straftaten, die unter Alkoholeinfluss begangen wurden, deutlich zurück.
Vor der Einführung des Verbots wurden in dem Bereich rund um den Hauptbahnhof bis zu 40 Prozent der Straftaten unter Alkoholeinfluss registriert. Besonders häufig handelte es sich dabei um Körperverletzungen, Streitigkeiten oder andere Gewaltdelikte.
Die hohe Quote alkoholbedingter Straftaten war ein entscheidender Grund dafür, dass die Stadt überhaupt ein Alkoholverbot für den öffentlichen Raum verhängen konnte. Denn rechtlich sind solche Maßnahmen nur möglich, wenn konkrete Hinweise darauf vorliegen, dass Alkoholkonsum unmittelbar zu mehr Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten führt.
Alkoholverbot im Bahnhof selbst schon länger gültig
Innerhalb des Bahnhofsgebäudes gilt bereits seit längerem ein Alkoholverbot. Dieses basiert auf dem Hausrecht der Betreiber. Die Erweiterung auf öffentliche Plätze rund um den Bahnhof wurde jedoch erst vor zwei Jahren beschlossen, um die Situation im unmittelbaren Umfeld zu verbessern.
Der Bereich rund um den Hamburger Hauptbahnhof gilt seit Jahren als besonders sensibler Ort. Täglich passieren dort mehrere hunderttausend Reisende den Verkehrsknotenpunkt. Gleichzeitig treffen hier unterschiedliche soziale Gruppen auf engem Raum zusammen, was immer wieder zu Konflikten führen kann.
Diskussion über Ausweitung der Verbotszone
Anwohner und Geschäftsleute im Stadtteil St. Georg fordern bereits seit einiger Zeit, das Alkoholverbot auszuweiten. Besonders Bereiche in Richtung des Zentraler Omnibusbahnhof Hamburg sowie rund um den Hanseplatz stehen dabei im Fokus der Diskussion.
Nach aktuellem Stand wird eine solche Erweiterung jedoch noch nicht beschlossen. Der Grund: Für diese Bereiche fehlen bislang belastbare Daten, die einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und erhöhter Kriminalität eindeutig belegen.
Senat setzt auf Prävention und Sicherheit
Mit der geplanten Verlängerung will der Senat die positiven Effekte der Maßnahme sichern. Die Stadt verfolgt damit das Ziel, Konflikte und Gewalttaten im Umfeld des wichtigsten Verkehrsknotenpunkts Hamburgs weiter zu reduzieren.
Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der Sicherheitslage rund um den Hauptbahnhof ein politisch sensibles Thema. Die Diskussion darüber, wie öffentliche Räume sicherer gemacht werden können, dürfte daher auch in Zukunft weitergeführt werden.