Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie fordern Maßnahmen, um den Krankenstand in Deutschland zu senken. Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf Dinglreiter, sprach sich in der „Rheinischen Post“ für mehrere Änderungen im System der Krankmeldungen aus.
Ein zentraler Vorschlag ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Nach Ansicht der Arbeitgeber erleichtere diese Regelung Missbrauch und trage zu einer höheren Zahl von Krankmeldungen bei.
Darüber hinaus brachte Dinglreiter die Einführung einer sogenannten Karenzzeit ins Gespräch. Demnach würden Beschäftigte in den ersten ein bis drei Krankheitstagen keinen Lohn erhalten. Erst danach würde die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber einsetzen. Ziel dieser Maßnahme sei es, kurzfristige Krankmeldungen zu reduzieren.
Hintergrund der Forderungen ist der seit einigen Jahren deutlich gestiegene Krankenstand. Nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK war die Zahl der Krankentage 2022 sprunghaft angestiegen und seitdem nicht mehr auf das frühere Niveau zurückgegangen.
Als ein möglicher Grund gilt die damals eingeführte lückenlose elektronische Erfassung von Krankmeldungen. Dadurch werden Krankheitszeiten heute vollständiger dokumentiert als früher, was die Statistik beeinflussen kann.
Die Vorschläge der Arbeitgeber dürften eine politische Debatte auslösen. Kritiker warnen, dass eine Karenzzeit vor allem Beschäftigte mit geringem Einkommen belasten würde. Befürworter argumentieren dagegen, dass strengere Regeln notwendig seien, um Missbrauch zu verhindern und die Kosten für Unternehmen zu begrenzen.