Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Weltweit geraten Frauenrechte zunehmend unter Druck. Fortschritte, die in den vergangenen Jahrzehnten mühsam erkämpft wurden, stehen laut UN in vielen Regionen wieder infrage. Expertinnen und Experten sprechen sogar von einem globalen „Backlash“, also einer Gegenbewegung, die Gleichstellung und Selbstbestimmung von Frauen zurückdrängt.
Nach Einschätzung von UN-Organisationen wie UN Women und dem UN-Menschenrechtsrat zeigt sich diese Entwicklung in unterschiedlichen Bereichen – von eingeschränkten reproduktiven Rechten über zunehmende Gewalt gegen Frauen bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Rückschritten bei der Gleichstellung.
Rückschritte bei reproduktiven Rechten
Besonders deutlich wird der Trend laut UN bei den reproduktiven Rechten. In mehreren Ländern wurden Gesetze verschärft, die den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen einschränken oder ganz verbieten. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur einzelne Staaten, sondern spiegeln laut den Vereinten Nationen eine breitere politische und ideologische Bewegung wider.
Der eingeschränkte Zugang zu medizinischer Versorgung hat nach Einschätzung von Experten weitreichende Folgen. Frauen und Mädchen könnten dadurch häufiger auf unsichere oder illegale Abtreibungen ausweichen, was erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt.
Auch bei Themen wie Verhütung, Familienplanung und sexueller Aufklärung sehen UN-Beobachter in einigen Regionen eine zunehmende politische Polarisierung.
Gewalt gegen Frauen bleibt globales Problem
Ein weiterer zentraler Punkt in den UN-Berichten ist die weiterhin hohe Zahl an Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen. Nach aktuellen Schätzungen erlebt weltweit etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt.
Besonders kritisch ist die Situation in Konfliktregionen. Dort wird sexualisierte Gewalt häufig gezielt als Kriegsstrategie eingesetzt. Gleichzeitig erschweren politische Instabilität, Armut und schwache Justizsysteme die strafrechtliche Verfolgung der Täter.
Auch in wirtschaftlich entwickelten Ländern bleibt Gewalt gegen Frauen ein drängendes Problem – etwa in Form von häuslicher Gewalt, digitaler Belästigung oder Femiziden.
Politischer Gegenwind für Gleichstellung
Die UN beobachten außerdem, dass gleichstellungspolitische Maßnahmen zunehmend politisiert werden. In manchen Ländern werden Programme zur Förderung von Frauenrechten gekürzt oder ganz abgeschafft.
Auch internationale Vereinbarungen zur Gleichstellung geraten laut UN stärker unter Druck. Einige Regierungen versuchen demnach, bereits bestehende Verpflichtungen abzuschwächen oder neu zu interpretieren.
Gleichzeitig verbreiten sich in sozialen Medien und politischen Debatten zunehmend Narrative, die Gleichstellungsmaßnahmen als Bedrohung traditioneller Werte darstellen.
Fortschritte bleiben – aber sie sind fragil
Trotz der kritischen Entwicklung betonen die Vereinten Nationen, dass in den vergangenen Jahrzehnten auch erhebliche Fortschritte erzielt wurden. Frauen haben heute weltweit besseren Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und politischer Teilhabe als noch vor wenigen Jahrzehnten.
In vielen Staaten wurden Gesetze gegen Diskriminierung verabschiedet, Frauen sind stärker in Politik und Wirtschaft vertreten und gesellschaftliche Debatten über Gleichstellung sind präsenter geworden.
Doch genau diese Fortschritte könnten laut UN nun teilweise wieder ins Wanken geraten.
Forderung nach stärkerem internationalen Engagement
Angesichts dieser Entwicklungen fordern die Vereinten Nationen ein verstärktes Engagement von Regierungen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft.
Notwendig seien unter anderem:
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der Schutz bestehender Gleichstellungsgesetze
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bessere Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen
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mehr Investitionen in Bildung und wirtschaftliche Teilhabe
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sowie ein konsequenter Einsatz für reproduktive Rechte.
Nur wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, so die Warnung der UN, könne verhindert werden, dass der aktuelle Rückschritt langfristig die globalen Fortschritte bei den Frauenrechten untergräbt.
Der Kampf um Gleichstellung sei damit längst nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Für viele Frauen weltweit entscheidet sich gerade jetzt, ob die nächsten Jahre von weiteren Fortschritten oder von einem Rückschritt geprägt sein werden.