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Wärmepumpen und Legionellen: Wie groß ist das Risiko wirklich?

HarmvdB (CC0), Pixabay

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie heizen klimafreundlich, senken CO₂-Emissionen und machen unabhängiger von fossilen Brennstoffen. Doch im Zuge der rasanten Verbreitung taucht immer wieder eine Frage auf: Steigt durch niedrigere Warmwassertemperaturen das Risiko für Legionellen?

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser vermehren können. Besonders wohl fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Gefährlich werden sie, wenn sie über feinste Wassertröpfchen – etwa beim Duschen – eingeatmet werden. In schweren Fällen kann es zur sogenannten Legionärskrankheit kommen, einer Form der Lungenentzündung.

Entscheidend ist: Legionellen entstehen nicht durch Wärmepumpen – sie können grundsätzlich in jedem Warmwassersystem vorkommen.

Warum kommt die Diskussion bei Wärmepumpen auf?

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient bei niedrigeren Temperaturen. Während klassische Gas- oder Ölheizungen Warmwasser oft problemlos auf 60 Grad Celsius oder mehr erhitzen, wird bei Wärmepumpen häufig mit geringeren Speichertemperaturen gearbeitet, um Strom zu sparen.

Genau hier liegt der Kern der Debatte:
Wenn Warmwasser dauerhaft unter 60 Grad gehalten wird, kann das das Wachstum von Legionellen begünstigen – vor allem in größeren Speichersystemen oder in wenig genutzten Leitungen.

Technische Schutzmechanismen

Moderne Wärmepumpenanlagen verfügen jedoch über verschiedene Schutzmechanismen:

  • Thermische Desinfektion: In regelmäßigen Abständen wird das Wasser gezielt auf über 60 Grad erhitzt, um Bakterien abzutöten.

  • Legionellenschaltung: Automatisierte Programme sorgen für periodische Temperaturerhöhungen.

  • Durchlauferhitzer-Zusatz: Elektrische Heizstäbe können bei Bedarf höhere Temperaturen erzeugen.

Damit lässt sich das Risiko technisch gut kontrollieren – vorausgesetzt, die Anlage ist korrekt geplant und eingestellt.

Unterschied zwischen Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus

Das Legionellenrisiko hängt stark von der Anlagengröße ab:

  • Einfamilienhäuser mit kurzen Leitungswegen und regelmäßigem Wasseraustausch haben in der Praxis ein geringes Risiko.

  • Mehrfamilienhäuser oder gewerbliche Gebäude mit großen Speichern und komplexen Leitungsnetzen unterliegen strengeren gesetzlichen Prüfpflichten.

Hier sind regelmäßige Legionellenprüfungen vorgeschrieben.

Planung ist entscheidend

Experten betonen: Nicht die Wärmepumpe ist das Problem, sondern eine falsche Auslegung der Warmwasseranlage.

Wichtige Faktoren sind:

  • Speichervolumen passend zum Bedarf

  • Gute Zirkulation

  • Vermeidung von Totleitungen

  • Regelmäßige Wartung

Eine fachgerechte Installation minimiert Risiken erheblich.

Energieeffizienz vs. Hygiene?

Manche Betreiber stehen vor einem Zielkonflikt: Höhere Warmwassertemperaturen erhöhen die Hygiene – senken aber die Effizienz der Wärmepumpe.

In der Praxis wird deshalb häufig ein Mittelweg gewählt:
Der Speicher läuft im Normalbetrieb mit moderater Temperatur, während die Anlage regelmäßig automatisch eine höhere Temperatur zur Desinfektion erzeugt.

Fazit

Wärmepumpen erhöhen nicht automatisch das Legionellenrisiko. Entscheidend sind Planung, Temperaturmanagement und regelmäßige Wartung.

Die Diskussion zeigt jedoch, dass mit der Energiewende auch neue Anforderungen an Technikverständnis und Anlagensteuerung einhergehen. Wer seine Anlage korrekt einstellen lässt und Wartungsintervalle einhält, kann klimafreundlich heizen – ohne hygienische Nachteile.

Die Wärmepumpe bleibt damit eine sichere Technologie – vorausgesetzt, sie wird fachgerecht betrieben.

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  1. Leider stimmt das nicht generell. In größeren Anlagen wird IMMER irgendwo eine Wohnung ggfs. länger leer stehen, Leute fahren in Urlaub, jeder hat andere Gewohnheiten, so dass die Legionellengefahr bei dauerhaften Temperaturen in der Zirkulation und am Hahn IN der Wohnung UNTER 55 Grad besser 60 Grad für Ältere, Kranke und Kinder eine Gefahr stellen. Eine wöchentliche Legionellenschaltung ist sogar kontraproduktiv, laut Internet, da sie u.U. die Bakterien wärmeresistenter macht. Meine email bezieht sich auf Mehrfamilienhäuser, dort sind strengere Vorgaben, eben weil Wohnungen immer mal leerstehen etc.
    Die einfachste Lösung wäre ein Durchlauferhitzer (Strom) mit Wärmepumpe OHNE Pufferspeicher (nicht nötig).
    Quelle: https://shkreport.de/article-detail/2304/Legionellenschaltungen:%20kontraproduktiv%20%E2%80%93%20und%20nicht%20mehr%20zul%C3%A4ssig

    1. Im Nachtrag zu meinem Kommentar meine ich bei Durchlauferhitzer einen SEPARATEN Durchlauferhitzer im Bad, der das Wasser von kalt auf gewünscht erhitzt und NICHT einen elektrischen Heizstab in der Wärmepumpe oder im Pufferspeicher o.ä. Diese Durchlauferhitzer brauchen einen Starkstromanschluss und sind nicht immer nachrüstbar. Das Warmhalten von Duschwasser unter 60 Grad ist mit Gefahren verbunden. Durch die Wärmepumpe und wöchentliche Erhitzung etc. wird eher das Gegenteil erreicht. Die Bakterien werden resistenter und „erholen“ sich dann bei gemütlichen 45 Grad. Es kann nicht sein, das Gesundheit von Alten und Kranken dem Geld weichen müssen auch wenn das LEIDER in Bezug auf Energie und Wärmepumpe der Fall scheint. Es geht hier nicht um Einfamilienhäuser.

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