Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Stollhamm GmbH & Co. Betriebs-KG zeigt ein insgesamt robustes Bild: deutlicher Schuldenabbau, hohe Eigenkapitalquote und weiterhin ein klar positiver Jahresüberschuss. Gleichzeitig sinkt der Gewinn spürbar – ein Signal, das Anleger nicht ignorieren sollten.
Bilanzsumme schrumpft – vor allem wegen Entschuldung
Die Bilanzsumme reduziert sich von 5,14 Mio. € auf 4,17 Mio. €. Hauptursache ist der starke Rückgang der Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten 2024: 455 T€
Vorjahr: 1.424 T€
Das ist ein massiver Schuldenabbau von rund 968 T€ innerhalb eines Jahres.
Die verbleibenden Bankverbindlichkeiten betragen 335 T€ und sind vollständig kurzfristig (Restlaufzeit unter einem Jahr). Die Gesellschaft steht damit kurz vor vollständiger Entschuldung.
Aus Anlegersicht ist das ein klar positives Signal: Das finanzielle Risiko nimmt erheblich ab.
Eigenkapital: Sehr komfortable Quote
Das Eigenkapital liegt bei 3,53 Mio. € (Vorjahr 3,54 Mio. €).
Die Eigenkapitalquote beträgt rund 85 % – außergewöhnlich hoch für eine Windpark-Betriebsgesellschaft.
Die Struktur:
Gezeichnetes Kapital: 2,86 Mio. €
Gewinnvortrag: 430 T€
Jahresüberschuss 2024: 242 T€
Das Unternehmen ist damit bilanziell sehr solide aufgestellt.
Jahresüberschuss sinkt deutlich
Der Jahresüberschuss beträgt 242 T€ (Vorjahr 355 T€). Das ist ein Rückgang um rund 113 T€ bzw. knapp 32 %.
Die Gesellschaft bleibt profitabel – allerdings ist die Ertragsdynamik klar rückläufig.
Leider enthält der veröffentlichte Auszug keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung, sodass sich die Ursachen nicht exakt beziffern lassen. Typischerweise kommen folgende Faktoren in Betracht:
schwächeres Windjahr
geringere Marktpreise
höhere Wartungs- oder Betriebskosten
Zins- oder Tilgungsverschiebungen
Für Anleger ist entscheidend: Das operative Geschäft trägt weiterhin – aber nicht mehr auf Vorjahresniveau.
Anlagevermögen nimmt deutlich ab
Das Anlagevermögen sinkt von 4,33 Mio. € auf 3,45 Mio. €.
Davon entfallen:
2,56 Mio. € auf Sachanlagen
885 T€ auf Finanzanlagen
Der Rückgang resultiert aus planmäßigen Abschreibungen. Es gibt keine Hinweise auf außerplanmäßige Wertberichtigungen.
Das bedeutet: Die technische Substanz nimmt erwartungsgemäß ab – der Windpark reift bilanziell.
Liquidität fällt deutlich
Die liquiden Mittel sinken von 525 T€ auf 129 T€.
Gleichzeitig steigen die Forderungen von 284 T€ auf 589 T€. Diese haben sämtlich eine Restlaufzeit unter einem Jahr.
Das deutet darauf hin, dass Mittel im Umlaufvermögen gebunden wurden – etwa durch ausstehende Einspeisevergütungen oder Abrechnungen.
Für Anleger ist das kein akutes Risiko, aber es zeigt: Die Liquidität ist 2024 nicht mehr so komfortabel wie im Vorjahr.
Rückstellungen leicht gestiegen
Die Rückstellungen erhöhen sich von 173 T€ auf 179 T€.
Das ist eine moderate Entwicklung und spricht für vorsichtige kaufmännische Bewertung.
Besicherung der Bankdarlehen
Die verbliebenen Bankverbindlichkeiten sind umfassend besichert:
Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen
Abtretung vertraglicher Ansprüche
Verpfändung von Guthaben
Vormerkungen und Dienstbarkeiten
Das ist bei Projektfinanzierungen üblich und unkritisch – insbesondere, da die Restschuld mittlerweile gering ist.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Positiv:
Sehr hohe Eigenkapitalquote
Massiver Schuldenabbau
Weiterhin deutlicher Jahresüberschuss
Überschaubares Risiko aus Verbindlichkeiten
Neutral bis kritisch:
Spürbarer Gewinnrückgang
Deutlich gesunkene Liquidität
Steigende Forderungsbestände
Fazit
Windpark Stollhamm präsentiert sich 2024 als nahezu entschuldete, bilanziell äußerst solide Betriebsgesellschaft mit weiterhin stabiler Ertragskraft.
Der Rückgang des Jahresüberschusses ist ein Warnsignal, aber kein strukturelles Problem. Die Gesellschaft verfügt über genügend Eigenkapitalpuffer, um auch schwächere Jahre abzufedern.
Für Anleger ist das Gesamtbild positiv:
Finanziell stark, risikoarm strukturiert – allerdings mit erkennbarer Sensitivität gegenüber Ertragsschwankungen.