Erneut ist Niederbayern Schauplatz eines spektakulären Bargeldfunds geworden. Schleierfahnder der Grenzpolizeiinspektion Passau entdeckten bei einer Kontrolle in einem ICE Richtung Wien 150.000 Euro Bargeld im Koffer eines 39-jährigen Reisenden. Hinzu kam ein Bündel Schweizer Franken, verpackt in einer Plastiktüte. Gegen den Mann aus dem Raum Wiesbaden wird nun wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.
Der Vorfall reiht sich in eine lange Serie ähnlicher Funde ein – vor allem entlang der Autobahn A3 und im Raum Passau.
Keine schlüssige Erklärung für die Herkunft
Wie das Polizeipräsidium Niederbayern mitteilte, konnte der Reisende keine plausiblen Angaben zur Herkunft des Geldes machen. Die Beamten beschlagnahmten daraufhin den gesamten Betrag.
Bargeldtransporte sind grundsätzlich nicht verboten. Wer jedoch hohe Summen mit sich führt, muss im Zweifel deren legale Herkunft glaubhaft darlegen können – insbesondere wenn ein möglicher Bezug zu grenzüberschreitenden Bewegungen besteht. Fehlen entsprechende Nachweise oder ergeben sich Widersprüche, kann der Verdacht auf Geldwäsche im Raum stehen.
ICE und Autobahn A3: Kontrollschwerpunkte der Fahnder
Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Bereits im Sommer vor zwei Jahren entdeckten Schleierfahnder im niederbayerischen Vilshofen rund eine halbe Million Euro im Gepäck eines 22-jährigen Zugreisenden. Auch damals wurden widersprüchliche Angaben zur Herkunft des Geldes gemacht, Ermittlungen folgten.
Neben Zugkontrollen spielt vor allem die Autobahn A3 eine zentrale Rolle. Die Ost-West-Verbindung gilt als eine der wichtigsten Transitstrecken Europas – von Belgien und den Niederlanden über Deutschland bis nach Südosteuropa. Aus Sicht der Polizei ist sie daher ein strategischer Kontrollschwerpunkt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
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2023 stellten Beamte im Kreis Straubing-Bogen 50 Kilogramm Goldbarren, Schmuck sowie rund 500.000 Euro Bargeld sicher.
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Anfang 2024 wurden in einem Fall 240.000 Euro, in einem weiteren sogar 700.000 Euro beschlagnahmt.
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Insgesamt stellte die Polizei im Jahr 2024 in rund 17 Fällen etwa vier Millionen Euro sicher.
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Auch 2025 ging die Serie weiter: Bei Deggendorf entdeckten Polizisten über 120.000 Euro, wenig später wurde bei Passau ein 37-Jähriger mit einer halben Million Euro Bargeld kontrolliert.
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Anfang Februar dieses Jahres beschlagnahmten Beamte bei Barbing im Landkreis Regensburg mehrere hunderttausend Euro sowie eine fünfstellige Summe in US-Dollar.
Teil eines größeren Musters?
Aus Ermittlersicht deuten die wiederholten Funde auf etablierte Transportwege hin. Bargeld, Gold oder Schmuck werden offenbar regelmäßig über Niederbayern bewegt – häufig mit mutmaßlichem Bezug zu internationaler Geldwäsche.
Die Schleierfahndung erlaubt anlassunabhängige Kontrollen im grenznahen Raum und entlang wichtiger Verkehrsachsen. Gerade im Transitverkehr geraten Reisende mit ungewöhnlich hohen Bargeldbeträgen daher regelmäßig ins Visier der Fahnder.
Geldwäsche: Ein wachsendes Problem
Geldwäsche gilt europaweit als ernstzunehmendes Kriminalitätsfeld. Dabei werden Vermögenswerte aus illegalen Geschäften – etwa Drogenhandel, Betrug oder organisierter Kriminalität – in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust. Bargeldtransporte über Landesgrenzen hinweg sind dabei ein klassisches Mittel, um Geldströme zu verschleiern.
Dass immer wieder hohe Summen entdeckt werden, wertet die Polizei auch als Erfolg konsequenter Kontrollen.
Ermittlungen dauern an
Im aktuellen Fall müssen nun die weiteren Ermittlungen klären, woher die 150.000 Euro stammen und welchem Zweck der Transport dienen sollte. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.
Fest steht jedoch: Niederbayern bleibt ein Brennpunkt im Kampf gegen mutmaßliche Geldwäsche – ob im ICE oder auf der Autobahn.