Die Rückkehr der Lufthansa in den Dax steht plötzlich auf der Kippe. Lange galt der Wiederaufstieg des früheren Gründungsmitglieds als nahezu sicher. Doch ausgerechnet Piloten- und Kabinenstreiks haben die Aktie zuletzt belastet – und damit das Comeback in den Leitindex ins Wanken gebracht.
Fotofinish an der Börse
Entscheidend ist die sogenannte „Fast-Entry“-Regel: Um direkt vom MDax in den Dax aufzusteigen, muss die Lufthansa-Aktie in der Rangliste der größten börsennotierten Unternehmen mindestens Platz 33 erreichen. Genau dort steht sie aktuell – doch nur hauchdünn.
Sollte sie bis zum Stichtag noch auf Rang 34 abrutschen, wäre ein direkter Aufstieg nicht mehr möglich. Dann müsste gleichzeitig ein bestehendes Dax-Mitglied deutlich abrutschen – ein Szenario, das Experten derzeit für wenig wahrscheinlich halten.
Streiks drücken auf den Kurs
Die jüngsten Arbeitskämpfe bei der Fluggesellschaft haben Spuren hinterlassen. Immer wieder mussten Flüge gestrichen werden, was nicht nur operative Probleme verursachte, sondern auch Anleger verunsicherte. Für die Dax-Berechnung zählt die volumengewichtete Kursentwicklung im Februar – und genau hier könnten die Streiks den Ausschlag geben.
Branchenbeobachter sprechen von einem echten „Spitz-auf-Knopf“-Rennen. Die Chancen für eine Rückkehr taxieren Analysten inzwischen nur noch auf rund 50 Prozent.
Erinnerungen an den Absturz 2020
Die Lufthansa war mehr als 30 Jahre lang Mitglied im Dax, ehe sie 2020 in Folge der Corona-Pandemie aus dem Index fiel. Der massive Einbruch im Luftverkehr hatte den Börsenwert stark schrumpfen lassen. Seitdem arbeitet sich der Konzern langsam zurück – operativ wie auch an der Börse.
Ob es nun für die Rückkehr in die erste Börsenliga reicht, entscheidet sich Anfang März. Die offizielle Bekanntgabe der Index-Zusammensetzung erfolgt am 4. März, wirksam werden mögliche Änderungen am 23. März.
Für die Lufthansa ist es mehr als eine symbolische Frage: Ein Dax-Listing sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit internationaler Investoren – und kann neue Nachfrage nach der Aktie erzeugen. Doch noch heißt es für den Konzern: zittern bis zur Ziellinie.