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Vorläufige Insolvenzverwaltung bei der 3P INSTRUMENTS GmbH & Co. KG angeordnet
OVID Asia Pacific Infrastructure Equity: Wachstumsstarkes Asien-Pazifik-Infrastrukturportfolio mit klaren Chancen – aber hoher China/FX-Risikoachse
Insolvenzantrag gegen die Central Services Vermögensverwaltung GmbH endgültig abgewiesen Aktenzeichen 9 IN 107/25

OVID Asia Pacific Infrastructure Equity: Wachstumsstarkes Asien-Pazifik-Infrastrukturportfolio mit klaren Chancen – aber hoher China/FX-Risikoachse

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der Fonds verfolgt ein wachstumsorientiertes Infrastruktur-Konzept in Asien-Pazifik (klassische Infrastruktur plus „Infrastruktur-Wegbereiter“ aus Tech/AI). Im Geschäftsjahr 01.11.2024–31.10.2025 lieferte er – laut Tätigkeitsbericht – eine Outperformance gegenüber dem MSCI AC Asia Pacific Net Return und war nahezu vollständig in Aktien investiert (Aktienquote ~96–97% plus geringe Zielfondsquote). Die Renditetreiber waren stark thematisch (KI-Wertschöpfungskette, japanische Industriewerte), während die Risiken klar im Fokus liegen: hohe Aktienvolatilität, relevante Fremdwährungsquote und geopolitische/handelspolitische Unsicherheiten.

2) Wertentwicklung & Ertragsqualität

Anteilwertentwicklung (je Anteil, thesaurierend):

Anteilklasse R: 110,45 → 136,73 (GJ 2024 → 2025) ≈ +23,8%

Anteilklasse I: 113,04 → 140,78 ≈ +24,6%

Anteilklasse SI: 114,25 → 142,66 ≈ +24,9%

Was daran wichtig ist:

Die Performance wirkt markant positiv und setzt die Erholung nach den schwächeren Jahren 2022/2023 fort (Anteilwerte lagen damals deutlich niedriger).

In der Ergebnisrechnung stammt der Löwenanteil des Jahresergebnisses aus nicht realisierten Gewinnen (Bewertungsanstiege), nicht aus laufenden Erträgen. Das ist typisch für wachstumsorientierte Aktienportfolios – aber es heißt auch: Ergebnisse können in schwächeren Marktphasen schnell drehen.

Laufender Ertrag vs. Kosten (Qualität der „Carry“):

In der Anteilklasse R ist der ordentliche Nettoertrag negativ (Kosten fressen Dividenden/Zinsen auf).

I und SI haben einen positiven ordentlichen Nettoertrag – vor allem, weil die Kostenquote niedriger ist.

3) Kosten, Anteilklassenlogik und „Investor-Take“

TER (Gesamtkostenquote):

R: 2,09%

I: 1,52%

SI: 1,16%

Zusätzlich relevant:

Ausgabeaufschlag: R 5,0%, I/SI 0,0%

Mindestanlage: SI 250.000 EUR, R/I ohne Mindestvolumen

Hinweis im Bericht: In R werden Vermittlungsfolgeprovisionen „in wesentlichem Umfang“ gezahlt (bei I und SI nicht).

Interpretation:

Für langfristige Anleger ist die Kostenstaffel entscheidend: SI (wenn zugänglich) > I > R.

Gerade bei einem Fonds, dessen Mehrwert stark über Kursgewinne kommt, reduziert eine hohe laufende Kostenlast die Wahrscheinlichkeit, den Benchmark-Vorsprung über Zyklen zu halten.

4) Portfolioaufbau: thematische Stärke, aber kein „Low-Beta-Infrastruktur“-Fonds

Asset-Allokation zum 31.10.2025 (Vermögensübersicht):

Aktien: 96,46%

Zielfonds: 2,24% (u.a. Vietnam-Aktienfonds)

Bankguthaben: 1,30%

Derivate: 0% (kein Derivate-Exposure)

Was das über das Risikoprofil sagt:

Das ist faktisch ein voll investierter Aktienfonds. Klassische Infrastruktur-Stabilität (regulierte Versorger, Mautstraßen etc.) ist zwar Teil des Ansatzes („Core/Pure“), wird aber durch Tech-/AI-Exposures klar wachstumsorientiert überlagert.

Keine Derivate reduzieren Komplexität, aber auch: kein systematisches Hedging gegen FX oder Drawdowns sichtbar.

Ein Blick auf zentrale Positionen/Schwerpunkte (Auszug, Stand 31.10.2025):

Hohe Gewichte in Einzeltiteln/Clustern rund um Tech/Industrie/Logistik & Infrastruktur:

Prosus (~4,39%), SK Square (~5,35%), Samsung Electronics (~3,38%), Mitsubishi Heavy (~4,10%), Kawasaki Heavy (~3,41%), HD Korea Shipbuilding (~3,77%), Hitachi (~3,30) u.a.

Infrastruktur-nahe Real Assets/REIT-Komponente ist vorhanden, aber nicht dominierend (z.B. australische Infrastruktur/REIT-Titel).

Implikation:
Der Fonds dürfte sich in vielen Marktphasen eher wie ein Asien-Pazifik-Growth/Industrials/Tech-Mix verhalten als wie ein defensiver Infrastrukturbaustein.

5) Mittelbewegungen und Fondsgröße: positives Signal, aber auch „Flow-Risiko“

Gesamtfondsvermögen zum 31.10.2025: 16,96 Mio. EUR.

Die Entwicklungsrechnungen zeigen starke Nettozuflüsse in R und besonders SI, während I netto Abflüsse hatte. Das spricht für:

Institutionelles Interesse (SI-Zuflüsse) und/oder strategische Allokationen,

aber auch potenzielle Flow-Volatilität: Bei kleineren Fondsvolumina können größere Rückgaben zu mehr Handelsdruck führen (auch wenn das Liquiditätsrisiko im Bericht als gering eingeschätzt wird, da überwiegend Large Caps).

6) Risiko-Check: die wichtigsten Punkte für Anleger

Dominante Risiken:

Aktienmarktrisiko/Volatilität (nahezu Vollaktienquote).

Währungsrisiko (AUD, JPY, HKD, KRW, USD etc. gegenüber EUR; keine Hedge-Indikation).

China/Handelspolitik: Der Bericht beschreibt Zoll-/Handelskonflikte und schnelle Rotation – das Portfolio ist regional/thematisch dafür sensibel (China / United States als Einflussfaktoren).

Geopolitik (Verweis auf Russia-Ukraine war sowie Israel–Gaza war als Volatilitätstreiber; im Bericht als „Sonstige Risiken“).

ESG-/Nachhaltigkeitsprofil: Nachhaltigkeitsrisiken wurden im Anlageprozess nicht berücksichtigt; Einstufung als Artikel-6-Produkt nach SFDR – für viele Anleger inzwischen ein Ausschlusskriterium.

Risikomindernde Aspekte:

Breite Streuung, überwiegend liquide Large Caps.

Keine Wertpapierleihe/Wertpapierfinanzierungsgeschäfte im Berichtszeitraum.

Keine Derivate (geringere Modell-/Kontrahentenkomplexität).

7) Was ich als Anleger daraus ableiten würde

Stärken

Klarer thematischer Fokus mit belegter Ertragskraft im Berichtsjahr (insb. KI/Industrie/Japan-Exposure).

Kostenstruktur bietet mit I/SI eine vernünftige Alternative zur teuren R-Klasse.

Transparente Aufstellung, geprüfter Bericht (KPMG-Testat: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft).

Schwächen / Punkte zum Hinterfragen

„Infrastruktur“ ist hier eher Interpretationsrahmen als Garant für defensive Cashflows.

Rendite kommt stark aus Bewertungsgewinnen – damit zyklisch.

ESG-Nichtberücksichtigung kann je nach Mandat/Überzeugung ein Dealbreaker sein.

Relativ kleines Fondsvolumen: nicht kritisch, aber bei Stressphasen beobachtenswert.

Geeignet für

Anleger, die Asien-Pazifik-Aktien mit Infrastruktur-/Industrie-/Tech-Schwerpunkt suchen und Schwankungen aushalten.

Als Satellit im Aktienportfolio, weniger als „stabilisierender Infrastrukturbaustein“.

Weniger geeignet für

Anleger, die „Infrastruktur“ primär als defensiv, ausschüttungsstark, währungsarm verstehen.

Strenge ESG-Vorgaben.

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