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Kassenärzte-Chef fordert Abschaffung freiwilliger Zusatzleistungen

Habibur268 (CC0), Pixabay

Angesichts wachsender Finanzprobleme in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) spricht sich der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, für eine grundlegende Streichung freiwilliger Zusatzleistungen der Krankenkassen aus.

„Wenn nicht genug Geld für den gesetzlich festgelegten Leistungskatalog da ist und gespart werden muss, dann sind sogenannte ‚Nice-to-have‘-Leistungen als Erstes zu streichen“, sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Freiwillige Kassenleistungen gehen über den einheitlich geregelten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Dazu zählen je nach Krankenkasse etwa zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, Zuschüsse für alternative Heilmethoden, professionelle Zahnreinigungen oder Bonusprogramme. Umfang und Ausgestaltung variieren stark zwischen den einzelnen Kassen.

Gassen argumentiert, in Zeiten angespannter Haushaltslage müsse sich die GKV auf ihre Kernaufgaben konzentrieren – also auf die verlässliche Finanzierung medizinisch notwendiger Leistungen für alle Versicherten. Zusätzliche Angebote dürften nicht zulasten der Stabilität des Gesamtsystems gehen.

Hintergrund der Debatte sind steigende Ausgaben im Gesundheitswesen, unter anderem durch höhere Arzneimittelpreise, Krankenhauskosten und demografische Entwicklungen. Experten rechnen damit, dass die Finanzlage vieler Krankenkassen in den kommenden Jahren weiter unter Druck geraten könnte.

Ob und in welchem Umfang freiwillige Leistungen tatsächlich gestrichen werden, liegt letztlich bei den Krankenkassen selbst – politisch dürfte die Forderung jedoch neuen Diskussionsstoff über Prioritäten und Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen liefern.

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