In Reichenbach im Vogtland sorgen derzeit betrügerische Zahlungsaufforderungen für Verunsicherung. Eine angeblich in Tschechien ansässige Firma fordert 90 Euro für „besondere sexuelle Dienstleistungen“ – obwohl die Betroffenen weder einen Vertrag abgeschlossen noch jemals Kontakt zu dem Unternehmen hatten.
Die Schreiben wirken offiziell und setzen auf psychologischen Druck. Gefordert wird die Überweisung auf ein Konto in Prag oder sogar eine Barzahlung an ein Postfach. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen handelt es sich um eine bekannte Betrugsmasche, die in der Region immer wieder auftaucht.
Scham als Geschäftsmodell
Die Täter spekulieren gezielt auf Unsicherheit und Scham. Viele Empfängerinnen und Empfänger scheuen sich, über den Vorwurf zu sprechen – selbst dann, wenn sie wissen, dass er haltlos ist. Genau das nutzen die Betrüger aus.
„Die Betroffenen waren häufig verunsichert und leisteten aus Scham Zahlungen, was die Täter zu weiteren Forderungen ermutigte“, erklärt Heike Teubner, Leiterin einer Beratungsstelle in Auerbach. Ist erst einmal gezahlt worden, folgen oft weitere Rechnungen.
Kein Vertrag – keine Zahlung
Rechtlich ist die Lage eindeutig: Wer keinen Vertrag abgeschlossen hat, schuldet auch kein Geld. Solche Forderungen sind unbegründet und müssen nicht beglichen werden. In der Regel steckt kein reales Inkassoverfahren dahinter, sondern lediglich der Versuch, durch Druck Geld zu erlangen.
So sollten Betroffene reagieren
Die Verbraucherzentrale rät:
- Nicht zahlen und nicht reagieren.
- Keine persönlichen Daten preisgeben.
- Schreiben aufbewahren, aber nicht beantworten.
- Im Zweifel rechtliche Beratung in Anspruch nehmen.
Vor allem gilt: Keine falsche Scham. Die Masche funktioniert nur, wenn Betroffene aus Unsicherheit schweigen. Wer offen darüber spricht oder sich beraten lässt, entzieht den Betrügern ihr wirksamstes Druckmittel.