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Epibatidin: Was über das extrem starke Nervengift bekannt ist

geralt (CC0), Pixabay

Nach Einschätzung mehrerer europäischer Staaten könnte der russische Oppositionspolitiker Alexei Navalny mit der hochtoxischen Substanz Epibatidin vergiftet worden sein. Das Alkaloid gehört zu den stärksten bekannten Nervengiften und wirkt in winzigen Mengen tödlich.

Herkunft des Stoffes

Epibatidin wurde in den 1970er-Jahren erstmals in der Haut südamerikanischer Pfeilgiftfrösche – insbesondere des Dreistreifen-Baumsteigers (Epipedobates tricolor) – entdeckt. Die Tiere produzieren den Stoff vermutlich nicht selbst, sondern nehmen ihn über ihre Nahrung auf und speichern ihn in ihrer Haut. Heute kann Epibatidin auch synthetisch im Labor hergestellt werden.

Extrem starke Wirkung

Das Toxin besitzt eine außergewöhnlich starke Wirkung auf das Nervensystem:

  • Es bindet an sogenannte nikotinische Acetylcholinrezeptoren, die für die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln entscheidend sind.
  • Die Blockade dieser Rezeptoren führt zu Muskelkrämpfen, Lähmungen und schließlich zum Atemstillstand.
  • Bereits sehr geringe Mengen können lebensgefährlich sein. In pharmakologischen Studien zeigte Epibatidin eine 100- bis 200-fach stärkere schmerzstillende Wirkung als Morphium, weshalb es zeitweise als Grundlage möglicher Schmerzmittel erforscht wurde – allerdings erwies sich die Substanz wegen ihrer hohen Giftigkeit als medizinisch kaum nutzbar.

Symptome einer Vergiftung

Typische Anzeichen können unter anderem sein:

  • Krampfanfälle und Muskelzuckungen
  • Blutdruckanstieg
  • fortschreitende Muskellähmung
  • Atemlähmung, die unbehandelt zum Tod durch Ersticken führt

Politische und rechtliche Dimension

Da Epibatidin künstlich hergestellt und gezielt eingesetzt werden kann, würde seine Verwendung als Giftstoff nach Einschätzung von Experten gegen internationale Abkommen über biologische und chemische Waffen verstoßen. Ermittlungen und politische Bewertungen konzentrieren sich daher nicht nur auf die toxikologische Frage, sondern auch auf mögliche Verantwortlichkeiten.

Zusammengefasst handelt es sich bei Epibatidin um ein extrem potentes Nervengift natürlichen Ursprungs, dessen Wirkung bereits in minimalen Dosen lebensbedrohlich ist und das deshalb zu den gefährlichsten bekannten toxischen Alkaloiden zählt.

 

 

Epibatidin – ein extrem starkes Nervengift mit morphinähnlicher Wirkung

Epibatidin ist ein hochwirksames Alkaloid, das in den 1970er Jahren erstmals aus der Haut des ecuadorianischen Giftfrosches Epipedobates tricolor, dem sogenannten Dreistreifen-Baumsteiger, isoliert wurde. Es gehört zu den stärksten bekannten natürlich vorkommenden Neurotoxinen.

Herkunft und Vorkommen

Das Gift kommt ursprünglich in bestimmten südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vor. Die Tiere produzieren es nach heutiger Erkenntnis wahrscheinlich nicht selbst, sondern nehmen Vorstufen über ihre Nahrung – insbesondere bestimmte Insekten – auf und speichern das Gift in ihrer Haut. Indigene Gruppen nutzten solche Hautsekrete traditionell für Jagdpfeile.

In der Natur ist Epibatidin auf diese Regionen beschränkt. Es kann jedoch synthetisch im Labor hergestellt werden.

Wirkmechanismus im menschlichen Körper

Epibatidin wirkt auf sogenannte nikotinische Acetylcholinrezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem. Diese Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln.

Das Gift bindet extrem stark an diese Rezeptoren und stört ihre normale Funktion. Die Folgen können sein:

  • Muskelkrämpfe

  • Bluthochdruck

  • schwere Störungen der Nervenübertragung

  • fortschreitende Muskelparalyse

  • Lähmung der Atemmuskulatur

In hohen Dosen führt dies zu Atemstillstand. Der Tod tritt dann durch Ersticken ein, weil die Atemmuskulatur nicht mehr ausreichend arbeitet.

Schmerzstillende Wirkung

Wissenschaftlich interessant ist Epibatidin vor allem wegen seiner außergewöhnlich starken analgetischen Wirkung. In Tiermodellen zeigte es eine 100- bis 200-fach stärkere schmerzstillende Wirkung als Morphium.

Allerdings ist die Substanz gleichzeitig so toxisch, dass sie als Medikament ungeeignet ist. Der therapeutische Abstand zwischen wirksamer und tödlicher Dosis ist extrem gering. Deshalb wurden lediglich strukturell verwandte, weniger toxische Substanzen weiter erforscht.

Politische Dimension

Sollte Epibatidin gezielt als Gift eingesetzt worden sein, würde dies – je nach Einordnung – unter internationale Abkommen wie das Chemiewaffenübereinkommen oder das Übereinkommen über biologische Waffen und Toxinwaffen fallen, da es sich um ein hochtoxisches biologisch gewonnenes beziehungsweise synthetisch herstellbares Nervengift handelt.

Zusammengefasst ist Epibatidin ein natürlich vorkommendes, aber auch synthetisch produzierbares Nervengift mit extrem starker Wirkung auf das Nervensystem. Seine enorme Toxizität macht es zu einer hochgefährlichen Substanz, die außerhalb streng kontrollierter Forschung keinerlei legitime Anwendung hat.

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