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„Trump Accounts“ für Neugeborene: Wall Street unterstützt Sparplan der US-Regierung

Tumisu (CC0), Pixabay

Das von der US-Regierung angekündigte Konzept sogenannter „Trump Accounts“ für Neugeborene erhält prominente Unterstützung aus der Finanzbranche. Mehrere große US-Finanzinstitute haben zugesagt, sich an dem Modell zu beteiligen, das jedem Neugeborenen ein Startguthaben von 1.000 US-Dollar verschaffen soll. Ziel ist es, frühzeitig Vermögensaufbau zu fördern und Kindern unabhängig vom Elternhaus einen finanziellen Grundstock zu ermöglichen.

US-Präsident Donald Trump erklärte, der Kreditkartenriese Visa werde es seinen Kunden ermöglichen, Cashback-Beträge direkt auf diese Konten umzuleiten. Damit würden alltägliche Konsumausgaben mittelbar in langfristige Sparanlagen für Kinder fließen.

Banken beteiligen sich mit eigenen Zuschüssen

Auch große Banken signalisieren Unterstützung. Sowohl Bank of America als auch JPMorgan Chase kündigten an, neugeborenen Kindern ihrer Mitarbeiter jeweils 1.000 US-Dollar zusätzlich auf entsprechende Konten zu überweisen. Damit gehen die Institute über das staatliche Startguthaben hinaus und nutzen das Modell zugleich als familienpolitischen Bonus für ihre Beschäftigten.

Die Beteiligung renommierter Finanzhäuser verleiht dem Projekt Rückenwind – und signalisiert, dass Teile der Wall Street das Vorhaben nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich für sinnvoll halten.

Langfristige Anlage mit steuerlichen Vorteilen

Kern des Konzepts ist eine steuerbegünstigte Anlage, die mindestens bis zum 18. Lebensjahr der Kinder bestehen bleiben soll. In dieser Zeit sollen die Mittel überwiegend in breit gestreute Indexfonds investiert werden. Die Regierung setzt damit auf langfristige Kapitalmarktrenditen statt auf kurzfristige Auszahlungen.

Befürworter argumentieren, dass selbst relativ kleine Beträge über viele Jahre hinweg erheblich anwachsen können. Ein früh investiertes Startkapital könne – bei durchschnittlicher Marktentwicklung – bis zur Volljährigkeit einen deutlich höheren Wert erreichen und etwa für Ausbildung, Studium oder den Einstieg ins Berufsleben genutzt werden.

Sozialpolitische Idee mit marktwirtschaftlichem Ansatz

Das Modell verbindet sozialpolitische Ziele mit einem klar marktwirtschaftlichen Ansatz. Statt direkter staatlicher Transfers setzt die Regierung auf Kapitalmarktteilhabe von Geburt an. Gerade Kinder aus einkommensschwächeren Familien könnten so erstmals systematisch vom Wachstum der Finanzmärkte profitieren.

Kritiker wenden allerdings ein, dass die tatsächlichen Vorteile stark von der Marktentwicklung abhängen und nicht alle Familien gleichermaßen in der Lage sein werden, zusätzliche Einzahlungen vorzunehmen. Zudem bleibe offen, wie hoch die Verwaltungskosten ausfallen und wie der Staat den Zweck der Mittel langfristig absichern will.

Politisches Signal und ökonomische Wette

Mit den „Trump Accounts“ verfolgt die Regierung nicht nur ein finanzpolitisches Projekt, sondern setzt auch ein politisches Signal: Vermögensbildung soll früher beginnen und stärker individualisiert werden. Die Unterstützung durch Visa, Bank of America und JPMorgan Chase zeigt, dass Teile der Finanzindustrie bereit sind, diesen Ansatz mitzutragen – und darin möglicherweise auch ein neues Geschäftsfeld sehen.

Ob die „Trump Accounts“ tatsächlich zu mehr finanzieller Chancengleichheit führen oder vor allem symbolischen Charakter haben werden, dürfte sich erst in vielen Jahren zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt: Der Vermögensaufbau beginnt in den USA künftig möglicherweise nicht mehr im Erwachsenenalter – sondern mit der Geburtsurkunde.

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