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Clan-Größe in Berlin beigesetzt – Polizei spricht von „Schaulaufen der organisierten Kriminalität“
Staatsanwaltschaft Berlin

Clan-Größe in Berlin beigesetzt – Polizei spricht von „Schaulaufen der organisierten Kriminalität“

AdelinaZw (CC0), Pixabay

In Berlin ist am Freitag eine bekannte Figur aus dem Clan-Milieu beerdigt worden. Der Tod des 62-jährigen Mehmet K. hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Hunderte Beamtinnen und Beamte begleiteten die Trauerfeierlichkeiten, die zahlreiche Szeneangehörige aus dem gesamten Bundesgebiet anzogen.

Bereits am Vormittag sicherten Einsatzkräfte die Sehitlik-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln, wo das Trauergebet stattfand. Vor dem Gebäude sammelten sich auffällige Blumengestecke mit namentlichen Widmungen, während Gäste in hochpreisigen Fahrzeugen vorfuhren. Am Morgen wurde der Sarg in die Moschee getragen. Die Polizei war mit uniformierten Kräften ebenso präsent wie mit zivilen, szenekundigen Ermittlern des Landeskriminalamts.

Auch für die anschließende Beisetzung auf einem Friedhof in Berlin-Westend war ein massives Aufgebot angekündigt. Nach Angaben der Polizei wurden zahlreiche „polizeibekannte Besucher“ erwartet. Bei vergleichbaren Beerdigungen im Clan-Milieu waren in der Vergangenheit teils mehr als tausend Trauergäste erschienen.

Die Polizei erklärte, Ziel des Einsatzes sei es, die öffentliche Ordnung zu wahren und zugleich ein störungsfreies und würdiges Gedenken zu ermöglichen. Man stehe in engem Kontakt mit der Familie des Verstorbenen. Um mögliche Provokationen oder Machtdemonstrationen zu verhindern, wurde unter anderem ein Autokorso durch die Stadt untersagt.

Der Verstorbene war vor vielen Jahren aus der Türkei nach Berlin gekommen und hatte sich selbst als Geschäftsmann bezeichnet. Aus Sicht der Sicherheitsbehörden handelte es sich jedoch um eine „polizeibekannte Milieugröße“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach offen von einem einflussreichen Clanboss, der bis zuletzt eine zentrale Rolle in der organisierten Kriminalität gespielt habe.

Wie brisant die Lage um Mehmet K. war, zeigte sich bereits wenige Wochen vor seinem Tod: Mitte Dezember hatten Unbekannte rund 20 Schüsse auf sein Wohnhaus im Stadtteil Lichterfelde abgefeuert. Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags dauern noch an.

Die GdP rechnet damit, dass Beerdigungen dieser Art weiterhin eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsbehörden bleiben. Solche Anlässe seien regelmäßig ein Treffpunkt für führende Akteure aus unterschiedlichen kriminellen Strukturen, erklärte ein Sprecher – ein „Who’s who der organisierten Kriminalität“ und ein sichtbares Machtzeichen im öffentlichen Raum.

Der Begriff der Clankriminalität bleibt dabei umstritten. Kritiker warnen vor pauschaler Stigmatisierung von Familien mit Migrationsgeschichte. Die Polizei betont hingegen, dass sich ihre Maßnahmen ausschließlich gegen konkrete Straftaten und bekannte kriminelle Netzwerke richten.

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