Die finanzielle Unterstützung für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden steht vor einem grundlegenden Einschnitt. Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen ihre Landeszuschüsse schrittweise zurückfahren und bis zum Jahr 2030 vollständig einstellen. Das kündigte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz an und verwies auf einen umfassenden Sanierungskurs der Mitteldeutsche Flughafen AG.
Demnach sollen die laufenden Finanzhilfen für den Flughafen Leipzig/Halle ebenso wie für den Flughafen Dresden Schritt für Schritt sinken. Ziel sei es, die Gesellschaft bis 2030 ohne regelmäßige Landesgelder auszukommen zu lassen. Die Sanierung sei zwar „sehr anstrengend“, zeige aber erste Erfolge, betonte Piwarz. Die Flughäfen müssten künftig stärker auf eigene Erträge setzen und ihre Wirtschaftlichkeit weiter verbessern.
Für Dresden ist allerdings ein Sonderweg vorgesehen. Der Freistaat Sachsen will den Airport der Landeshauptstadt bis 2030 zusätzlich mit jährlich neun Millionen Euro unterstützen. Damit soll dem Standort mehr Zeit für den Umbau und die Stabilisierung eingeräumt werden. Hintergrund ist die besondere Bedeutung des Dresdner Flughafens für die regionale Wirtschaft und die internationale Anbindung des Standorts.
Auch Sachsen-Anhalt trägt den eingeschlagenen Kurs mit. Beide Länder sind Anteilseigner der Mitteldeutschen Flughafen AG und hatten in den vergangenen Jahren erhebliche Summen zur Stabilisierung der Airports bereitgestellt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Krise und rückläufiger Passagierzahlen.
Mit dem geplanten Ausstieg aus der dauerhaften Finanzierung setzen die Länder ein deutliches Signal: Die Flughäfen sollen langfristig auf eigenen Beinen stehen. Ob dieser Balanceakt zwischen Sparzwang und Standortpolitik gelingt, dürfte sich in den kommenden Jahren entscheiden – spätestens dann, wenn die öffentlichen Gelder tatsächlich auslaufen.