Dark Mode Light Mode

Netflix erhöht Druck im Übernahmepoker um Warner Bros. Discovery mit neuem Barangebot

Netflix verschärft den Machtkampf um die Zukunft von Warner Bros. Discovery (WBD) und hat sein Übernahmeangebot grundlegend überarbeitet. Statt einer Kombination aus Bargeld und Aktien will der Streaming-Riese nun vollständig in bar zahlen. Dieser Schritt soll vor allem eines bewirken: den konkurrierenden Übernahmeversuch von Paramount ausstechen und den Deal für die Aktionäre von WBD attraktiver machen.

Konkret bietet Netflix nun 27,75 US-Dollar pro Aktie für die Filmstudios und Streaming-Aktivitäten von Warner Bros. Discovery, darunter auch HBO. Diese Vermögenswerte sollen im Laufe des Jahres in ein neues, eigenständig börsennotiertes Unternehmen mit dem Namen Warner Bros. ausgegliedert werden. Die übrigen TV-Sender wie CNN sollen in einer separaten Gesellschaft namens Discovery Global gebündelt werden.

Ursprünglich hatte Netflix 23,25 US-Dollar pro Aktie in bar geboten, ergänzt durch Netflix-Aktien. Genau dieser Punkt gab Paramount die Möglichkeit, sein eigenes, vollständig bar finanziertes Angebot als überlegen darzustellen. Mit der neuen Offerte zieht Netflix nun gleich – und nimmt Paramount damit ein zentrales Argument aus der Hand.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung soll die Transaktion durch vorhandene Barmittel, bestehende Kreditlinien und zugesagte Finanzierungen gestemmt werden. Netflix betont, dass die neue Struktur den Deal vereinfache, für Aktionäre mehr Planungssicherheit biete und den Weg zu einer schnellen Abstimmung ebne.

WBD-CEO David Zaslav kündigte an, nach Abschluss der Prüfung durch die US-Börsenaufsicht SEC eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Diese könnte bereits im Frühjahr stattfinden. Der Verwaltungsratsvorsitzende Samuel A. Di Piazza Jr. unterstrich, dass das Barangebot den Aktionären mehr Sicherheit verschaffe und gleichzeitig die Chance eröffne, langfristig vom Wert der globalen Marken von Discovery Global zu profitieren.

Paramount hingegen hält weiter dagegen. Das Unternehmen bietet 30 US-Dollar pro Aktie und hat sogar mit einem sogenannten Proxy Fight gedroht, um Einfluss auf den WBD-Vorstand zu gewinnen. Zudem reichte Paramount eine Klage ein, um detailliertere Informationen zur Bewertung zu erzwingen – ein Vorstoß, den ein Gericht in Delaware bislang ausgebremst hat.

Während sich der Übernahmepoker zuspitzt, steht Netflix zusätzlich unter Beobachtung der Finanzmärkte: Noch am selben Tag will das Unternehmen seine Quartalszahlen vorlegen. Diese könnten entscheidend dafür sein, wie glaubwürdig und finanzstark das neue Barangebot wahrgenommen wird.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Warnungen der englischen Finanzmarktaufsicht FCA

Next Post

JD Vance besucht Minneapolis: Politische Spannungen um ICE-Einsätze nehmen zu