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Eklat im Ford-Werk: Trump zeigt Autoworker den Mittelfinger – Weißes Haus spricht von „angemessener Reaktion“

Ein Vorfall während eines Besuchs von Präsident Donald Trump in einem Ford-Werk im US-Bundesstaat Michigan sorgt derzeit für heftige Diskussionen in Politik, Medien und sozialen Netzwerken. Ein Video, das vom Boulevardportal TMZ veröffentlicht wurde, zeigt, wie Trump offenbar einem Autoworker den Mittelfinger zeigt, nachdem dieser ihn lautstark beschimpft hatte. Das Weiße Haus verteidigte das Verhalten des Präsidenten umgehend als „angemessene und unmissverständliche Antwort“.

In der rund 30 Sekunden langen Aufnahme ist zu hören, wie eine Person aus der Fabrikhalle dem Präsidenten etwas zuruft. Laut TMZ soll der Ruf „pedophile protector“ („Beschützer von Pädophilen“) gelautet haben – eine Anspielung auf Trumps Umgang mit dem Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Kurz darauf zeigt das Video, wie Trump mehrfach auf den Boden der Fabrik deutet, weitergeht und schließlich mit der rechten Hand den Mittelfinger in Richtung des Rufers hebt. In einer zweiten, herangezoomten Aufnahme scheint Trump zudem „fuck you“ zu sagen.

Steven Cheung, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, erklärte dazu, ein „Irrer“ habe den Präsidenten mit wüsten Beschimpfungen attackiert. Trumps Reaktion sei daher gerechtfertigt gewesen. Diese Einschätzung stößt jedoch auf geteilte Meinungen.

Der Autoworker TJ Sabula, 40 Jahre alt und Linienarbeiter im Ford-Werk, bestätigte gegenüber der Washington Post, dass er derjenige war, der Trump zugerufen hatte. Er sagte, seine Worte hätten sich gezielt auf den Epstein-Komplex bezogen. Sabula wurde nach dem Vorfall vorläufig suspendiert, während sein Arbeitgeber den Fall untersucht. Reue zeigt er keine: Er habe die Gelegenheit genutzt, den Präsidenten öffentlich zur Rede zu stellen.

Die Gewerkschaft UAW stellte sich hinter Sabula und betonte die Bedeutung der Meinungsfreiheit am Arbeitsplatz. Gleichzeitig kritisierte sie das vulgäre Verhalten – „einschließlich des Präsidenten der Vereinigten Staaten“. Ford selbst schlug einen moderateren Ton an, lobte den insgesamt gelungenen Besuch, verwies aber auf interne Prozesse bei unangemessenem Verhalten.

Sabula, der sich selbst als politisch unabhängig beschreibt, befürchtet nun politische Vergeltung. Online-Sammlungen zur finanziellen Unterstützung des Arbeiters zeigen jedoch, dass viele Menschen seine Aktion unterstützen.

Der Vorfall reiht sich ein in die anhaltende Debatte um Trumps Umgangston und sein Auftreten im Amt – und wirft erneut die Frage auf, welche Maßstäbe für das Verhalten des höchsten Repräsentanten der USA gelten sollten.

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