US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass der bedeutende Atomabrüstungsvertrag New Start, der zwischen den USA und Russland besteht, möglicherweise nicht verlängert wird. In einem Interview mit der New York Times äußerte sich Trump am Dienstagabend (Ortszeit) überraschend gelassen über das bevorstehende Auslaufen des Abkommens. „Wenn er ausläuft, läuft er aus. Wir machen einfach ein besseres Abkommen“, sagte der Präsident.
Der New-Start-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) wurde 2010 unter den damaligen Präsidenten Barack Obama und Dmitri Medwedew geschlossen und im Jahr 2021 zuletzt um fünf Jahre verlängert. Er sieht eine gegenseitige Begrenzung strategischer Atomwaffen auf je 1.550 einsatzbereite Sprengköpfe sowie Beschränkungen für Trägersysteme vor. Damit gilt der Vertrag als einer der letzten verbliebenen Pfeiler der nuklearen Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland.
Trump, der bereits mehrfach Rüstungskontrollverträge aufgekündigt hatte – darunter den INF-Vertrag im Jahr 2019 –, betonte, dass zukünftige Abkommen nicht nur Russland, sondern auch China einbeziehen müssten. „China muss Teil davon sein“, forderte er. Zudem sprach er vage von „ein paar anderen Akteuren“, die seiner Ansicht nach ebenfalls beteiligt werden sollten. Welche Länder er genau meint, ließ er offen.
Die chinesische Regierung reagierte in der Vergangenheit stets ablehnend auf entsprechende Vorschläge. Peking sieht sich aufgrund seines vergleichsweise kleinen Atomwaffenarsenals nicht in der Pflicht, Teil trilateraler Abrüstungsverhandlungen zu werden.
Internationale Beobachter zeigen sich besorgt. Sollte der Vertrag 2026 auslaufen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keine bindenden nuklearen Abrüstungsverpflichtungen zwischen den größten Atommächten der Welt. Experten warnen vor einem neuen atomaren Wettrüsten, das schwer kalkulierbare sicherheitspolitische Risiken birgt.
Während Trump betont, man wolle „ein besseres Abkommen“ schaffen, bleiben konkrete diplomatische Schritte bislang aus. Ob es der Regierung gelingt, Russland und China an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zu bringen, ist ungewiss – zumal die geopolitischen Spannungen weltweit zunehmen.
Der New-Start-Vertrag läuft am 5. Februar 2026 aus. Sollte bis dahin kein neues Abkommen stehen, droht eine neue Ära strategischer Unsicherheit – mit potenziell globalen Folgen.