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Kambodscha liefert mutmaßlichen Drahtzieher eines Milliarden-Krypto-Betrugs an China aus

Kambodscha hat den chinesisch-kambodschanischen Geschäftsmann Chen Zhi an China ausgeliefert. Ihm wird vorgeworfen, der Kopf hinter einem weitverzweigten, milliardenschweren Kryptowährungsbetrug zu sein. Der 37-Jährige soll zusammen mit zwei weiteren chinesischen Staatsbürgern am 6. Januar im Rahmen einer monatelangen Ermittlung gegen transnationale Kriminalität festgenommen worden sein.

Chen Zhi ist Gründer und Vorstand der Prince Group, einem Konglomerat mit Geschäften in Immobilien, Finanzdienstleistungen und Konsumgütern. Die Gruppe war in den vergangenen Jahren in mehrere Skandale verwickelt, darunter mutmaßliche Online-Betrugsnetzwerke, sogenannte „Scam-Farmen“, in denen Menschen aus Asien zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, um Internetbetrug in großem Stil zu betreiben.

Die USA hatten Chen Zhi bereits im Oktober 2025 wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Laut FBI wurden dabei Kryptowährungen im Wert von über 14 Milliarden US-Dollar beschlagnahmt – eine der größten Beschlagnahmungen dieser Art. Auch Großbritannien reagierte und belegte das globale Imperium von Chen Zhi mit Sanktionen.

Die kambodschanischen Behörden haben inzwischen die Prince Bank, ein Tochterunternehmen der Prince Group, unter Zwangsverwaltung gestellt. Die Bank darf keine neuen Geschäfte mehr tätigen und befindet sich in der Abwicklung. Bestandskunden können jedoch weiterhin Geld abheben oder Kredite zurückzahlen.

Chinas staatliche Medien bezeichneten Chen Zhi als „Kopf eines großen grenzüberschreitenden Glücksspiel- und Betrugssyndikats“ und kündigten an, weitere Haftbefehle gegen führende Mitglieder seines Netzwerks zu erlassen. Die Behörden forderten weitere Verdächtige auf, sich freiwillig zu stellen, um milder behandelt zu werden.

Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf das Ausmaß von Menschenhandel und Online-Betrug in Südostasien. Die Vereinten Nationen schätzen, dass Hunderttausende Menschen – insbesondere aus China – mit falschen Jobversprechen nach Kambodscha, Myanmar oder Laos gelockt und dort in Scam-Zentren festgehalten wurden.

Obwohl Chen Zhi 2014 die kambodschanische Staatsbürgerschaft annahm und enge Beziehungen zur Elite des Landes pflegte, wurde ihm diese Ende 2025 per königlichem Dekret entzogen. Nun soll er sich in China wegen einer Vielzahl von Straftaten vor Gericht verantworten.

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