Eisige Straßen und anhaltender Schneefall haben am Wochenende in mehreren Regionen Deutschlands zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Besonders tragisch endeten zwei Glätteunfälle in Sachsen und Sachsen-Anhalt, bei denen Autofahrer ihr Leben verloren. Die Polizei warnt eindringlich vor den weiterhin extrem gefährlichen Fahrbedingungen.
Im sächsischen Erzgebirgskreis kam es nahe Zwönitz zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Ein 43-jähriger Autofahrer war am Samstagnachmittag mit seinem Audi auf der Zwönitzer Straße in Richtung Elterlein unterwegs, als er auf spiegelglatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Wagen geriet ins Schleudern, drehte sich und rutschte auf die Gegenfahrbahn.
Dort kam es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem entgegenkommenden Suzuki, der anschließend gegen die Leitplanke geschleudert wurde. Ein nachfolgender VW konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, prallte ebenfalls in die Unfallfahrzeuge und kam schließlich abseits der Straße zum Stehen. Die Wucht des Aufpralls war enorm: Der Motorblock des Audis wurde aus dem Fahrzeug gerissen, der Fahrer und seine 31-jährige Beifahrerin wurden aus dem Wagen geschleudert.
Beide erlitten lebensbedrohliche Verletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der 43-Jährige erlag dort wenig später seinen schweren Verletzungen. Die Beifahrerin sowie die Insassen der beiden anderen Fahrzeuge kamen mit leichteren Verletzungen davon.
Ein weiterer tödlicher Glätteunfall ereignete sich im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Zwischen den Ortschaften Brumby und Neugattersleben kam ein 61-jähriger Autofahrer aufgrund von Glatteis von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Auch er wurde zunächst schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, verstarb jedoch später an den Folgen des Unfalls.
Doch nicht nur in Ostdeutschland sorgte das Winterwetter für zahlreiche Einsätze der Rettungskräfte. In Niedersachsen registrierte allein die Autobahnpolizei Ahlhorn zehn Unfälle auf der A1, glücklicherweise ohne Verletzte. In Schleswig-Holstein meldeten die Leitstellen landesweit rund 90 Glätteunfälle innerhalb kurzer Zeit.
Auch in Nordrhein-Westfalen blieb es nicht ruhig. In Winterberg rutschte ein mit fünf Personen besetztes Auto eine Böschung hinab. Zwei Insassen wurden dabei leicht verletzt.
Die Serie schwerer Unfälle zeigt erneut, wie gefährlich Schnee, Eis und plötzlich auftretendes Glatteis sein können. Polizei und Rettungsdienste appellieren dringend an Autofahrer, ihre Geschwindigkeit anzupassen, größere Abstände einzuhalten und nach Möglichkeit auf nicht zwingend notwendige Fahrten zu verzichten. Das Winterwetter bleibt auch in den kommenden Tagen eine ernstzunehmende Gefahr auf Deutschlands Straßen.