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V+ Fonds: Liquidation oder Dauercampingplatz für Verwaltungskosten?

geralt (CC0), Pixabay

Es war einmal ein Fonds, der wurde liquidiert. Zumindest stand das auf dem Papier. Damals – vor fast zehn Jahren. Seitdem scheint die Liquidation der V+ Fonds zu einer Art ökonomischem Dauer-Silvester geworden zu sein: Man wartet Jahr für Jahr auf das große Feuerwerk der Auflösung – bekommt aber nur den kalten Rest vom Verwaltungsbuffet.

Und wie feiert man das neue Jahr stilecht? Mit einer Gesellschafterversammlung am 2. Januar um 9 Uhr morgens in München. Wo sonst! Denn was gibt es Schöneres, als gleich nach dem Neujahrskater in ein Konferenzhotel zu hetzen, um über Minuszahlen, Verwaltungsgebühren und Entlastungen zu diskutieren?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Nein – ein realistisch denkender Anleger, der sich fragt, warum ein Termin gewählt wurde, an dem erfahrungsgemäß 90 % der Menschen noch mit Sektkater, Schneeketten oder ihrer Schwiegermutter beschäftigt sind. Wer also nicht topfit oder mobil ist, verpasst gerne mal seine Chance auf Mitbestimmung. Wie praktisch.

Liquidation: Jetzt neu in der Endlosschleife

Seit fast einem Jahrzehnt wird dieser Fonds abgewickelt – allerdings mit der Geschwindigkeit einer Büroklammer in der Tiefkühltruhe. Und obwohl angeblich kein aktives Investmentgeschäft mehr betrieben wird, fällt das Ergebnis 2024 trotz Einnahmen von rund 388.000 € wieder negativ aus – mit einem stolzen Minus von über 385.000 €.

Die absolute Krönung: Eine Verwaltungsvergütung von 436.000 € – für die Verwaltung einer Sache, die gar nicht mehr verwaltet werden müsste, wenn sie endlich mal beendet würde.

Das nennen wir: Renditeoptimierung für die Verwaltung – Anleger leider ausgeschlossen.

Die Fragen, die sich (nicht nur) Anleger stellen

  • Gibt es eigentlich einen Plan, oder verwaltet sich der Fonds inzwischen selbst?

  • Warum kostet Stillstand fast eine halbe Million Euro pro Jahr?

  • Warum wird der Liquidator entlastet, obwohl der Fonds gefühlt eher verlängert als beendet wird?

  • Und vor allem: Warum diese Terminwahl – 2. Januar, 9 Uhr – mitten in der „Ich bin noch im Pyjama“-Phase des Jahres?

Der Spaß hat ein Ende – jetzt schaut die BaFin mal mit

Es reicht. Transparenz ist keine freiwillige Kür, sondern gesetzliche Pflicht. Wenn bei der nächsten Gesellschafterversammlung keine verbindliche Liquidationsstrategie mit Enddatum auf den Tisch kommt, keine detaillierte Offenlegung der Verwaltungskosten erfolgt und keine klaren Antworten auf offensichtliche Fragen geliefert werden, bleibt nur ein Weg:

Hallo, BaFin. Wir hätten da was für Sie.

Denn wenn das „Verwalten“ zur Dauerlösung wird und Millionen weiter im Kreis geführt werden, während Anleger jahrelang auf ihr Kapital warten, ist das kein Geschäftsmodell – das ist ein Fall für die Aufsicht.

Klare Empfehlung an Anleger:

  • Stimmrecht ausüben oder Vollmacht erteilen

  • Kritische Fragen vorbereiten – schriftlich, verbindlich, sachlich

  • Keine Entlastung ohne echte Leistung

  • Bei weiterer Verzögerung: Rechtsbeistand und BaFin-Kontakt nicht nur erwägen, sondern aktiv werden

Denn wer jetzt noch schweigt, zahlt auch im nächsten Jahr wieder 436.000 Euro für die Verwaltung der Intransparenz.

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