Herford kommt nicht zur Ruhe. Nur wenige Tage nach dem Messerangriff auf einen Jugendlichen in der Nähe des Weihnachtsmarktes ist die ostwestfälische Stadt erneut Schauplatz eines schweren Gewaltverbrechens geworden. Ein Mann ist nach einem mutmaßlichen Angriff gestorben, die Polizei hat eine Mordkommission eingesetzt.
Am Mittwochnachmittag spielte sich das Drama in einem Wohnhaus im Bereich Rennstraße/Lessingstraße ab. Anwohner berichteten von einer lauten Auseinandersetzung, die gegen 16.10 Uhr aus dem Gebäude zu hören gewesen sein soll. Kurz darauf bot sich ein erschütterndes Bild: Ein Mann verließ das Haus schwer verletzt, blutüberströmt und offenbar kaum noch bei Kräften. Auf dem Gehweg brach er zusammen.
Rettungskräfte und Polizei waren schnell vor Ort und leisteten Erste Hilfe. Der Verletzte wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen. Die Polizei bestätigte bislang lediglich den Todesfall, hält sich zu möglichen Tatabläufen und Hintergründen jedoch bedeckt.
Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden hin. Neben einem Großaufgebot der Polizei waren auch Spezialkräfte im Einsatz, zudem sicherten Ermittler der Kriminalpolizei und der Spurensicherung bis in den Abend hinein Beweise am Tatort. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wurden mehrere Personen vorläufig festgenommen. Ob diese Festnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz der Spezialeinheit stehen, ist bislang unklar.
Zur Klärung der genauen Todesursache ist eine Obduktion des Verstorbenen angesetzt. Die Ergebnisse sollen entscheidende Hinweise liefern, wie es zu dem tödlichen Geschehen kommen konnte.
Besonders beunruhigend: Es handelt sich bereits um die zweite schwere Bluttat innerhalb weniger Tage. Erst vor knapp einer Woche war ein 16-Jähriger in der Nähe des Herforder Weihnachtsmarktes niedergestochen worden. Der Jugendliche schwebte zeitweise in Lebensgefahr, konnte jedoch nach einer Notoperation gerettet werden.
Die erneute Gewalttat sorgt in Herford für große Verunsicherung. Viele Anwohner zeigen sich schockiert über die Häufung schwerer Verbrechen innerhalb so kurzer Zeit. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.