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Alarm im Kinderzimmer: Viele Spielsachen gefährlich laut für junge Ohren

Joophotos (CC0), Pixabay

Lautes Spielzeug gehört für viele Kinder zum Alltag – doch genau das kann zum ernsthaften Problem werden. Ein aktueller Test der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt, dass zahlreiche Spielsachen Geräuschpegel erreichen, die selbst für Erwachsene am Arbeitsplatz kritisch wären. Fachleute warnen: Das empfindliche Gehör von Kindern kann dadurch dauerhaft geschädigt werden.

Test unter realistischen Bedingungen

Die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer überprüften insgesamt 14 gängige Spielzeuge unter typischen Kinderzimmerbedingungen. Gemessen wurde aus einem Abstand von einem halben Meter. Das Ergebnis ist alarmierend: Sieben der getesteten Produkte erreichten Lautstärken von 80 Dezibel oder mehr.

Besonders auffällig waren ein Lern- und Sortierhaus sowie ein watschelnder Spielzeugpinguin – beide kamen auf bis zu 87 Dezibel. Ein tanzender Hase erreichte immerhin 84 Dezibel. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer erzeugt in einem Meter Entfernung rund 100 Dezibel. Damit bewegen sich manche Spielsachen gefährlich nahe an Lärmquellen, vor denen Erwachsene normalerweise geschützt werden müssten.

Gesetzliche Grenzwerte – aber nicht immer unproblematisch

Für Spielzeug gelten klare Grenzwerte:

  • Ohrnahes Spielzeug (z. B. Spielzeuge, die direkt ans Ohr gehalten werden) darf maximal 60 Dezibel erreichen.

  • Tisch- oder Bodenspielzeug darf bis zu 85 Dezibel laut sein.

Zwar halten viele Produkte formal diese Grenzwerte ein, doch Fachleute sehen darin ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Denn entscheidend ist nicht nur die Lautstärke, sondern auch die Dauer der Belastung.

Stundenlange Beschallung als Risiko

Kinder spielen oft über längere Zeiträume hinweg mit demselben Spielzeug. Eine dauerhafte Beschallung – selbst unterhalb der gesetzlichen Maximalwerte – kann das Gehör schleichend schädigen. Experten gehen davon aus, dass erst Belastungen unter 80 Dezibel langfristig als unbedenklich gelten.

Zum Vergleich: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel gesetzlich verpflichtet, Gehörschutz zu tragen. Kinder hingegen sind diesen Geräuschen oft ungeschützt ausgesetzt.

Lautstärke oft reduzierbar – Eltern gefragt

Positiv ist: Bei fünf der getesteten Spielwaren lässt sich die Lautstärke reduzieren. Die Arbeiterkammer rät Eltern daher, beim Kauf gezielt darauf zu achten, ob eine Lautstärkeregelung vorhanden ist oder ob sich Geräusche ganz abschalten lassen.

Fazit

Was als harmloser Spielspaß beginnt, kann für Kinderohren zur Dauerbelastung werden. Der Test macht deutlich: Lautes Spielzeug ist kein Randproblem. Eltern, Hersteller und Gesetzgeber stehen gleichermaßen in der Verantwortung, damit das Kinderzimmer kein Ort wird, an dem das Gehör langfristig Schaden nimmt.

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