Die Zahl der Asylanträge ist in Deutschland so stark gesunken wie in keinem anderen EU-Mitgliedstaat. Das berichtet die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf aktuelle Daten der europäischen Asylbehörde EUAA. Der Rückgang fällt deutlich stärker aus als im europäischen Durchschnitt – und verschiebt die Rangfolge der wichtigsten Zielländer innerhalb der Europäischen Union.
Rückgang um 52 Prozent – fast doppelt so stark wie im EU-Mittel
Zwischen Januar und September ging die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland um 52 Prozent zurück. Das bedeutet:
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rund 94.000 Erstanträge weniger als im Vorjahreszeitraum
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ein Rückgang, der fast doppelt so hoch ist wie der EU-Durchschnitt
Europaweit sank die Zahl der Asylanträge, doch kein anderes Land verzeichnete einen ähnlich starken Einbruch wie Deutschland.
Mögliche Gründe sind laut Experten:
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verschärfte Kontrollen und Grenzmaßnahmen
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strengere Migrationspolitik auf Bundes- und Länderebene
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engere Kooperation mit Herkunfts- und Transitstaaten
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Rückgang bestimmter Fluchtrouten
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gestiegene Attraktivität anderer EU-Länder durch Wirtschaftslage oder Integrationsangebote
Eine eindeutige Ursache könne die Statistik jedoch nicht allein erklären, heißt es aus Behördenkreisen.
Neue Rangfolge: Spanien ist jetzt wichtigstes Zielland
Die europäische Statistik zeigt zudem eine markante Veränderung in der Zielwahl von Asylsuchenden. Erstmals seit Jahren steht Spanien an der Spitze:
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Spanien
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Frankreich
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Italien
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Deutschland
Deutschland, das lange Zeit konstant eines der wichtigsten Zielländer für Asylsuchende war, rutscht damit auf Platz vier ab.
Spanien verzeichnete in diesem Jahr vor allem durch verstärkte Migration über die Atlantikroute zu den Kanarischen Inseln erhebliche Zuwächse. Frankreich und Italien bleiben ebenfalls zentrale Anlaufpunkte.
Europaweiter Trend – aber mit deutlichen Unterschieden
Zwar ist die Zahl der Asylanträge auch EU-weit rückläufig, doch die Dynamik unterscheidet sich erheblich zwischen den Mitgliedstaaten. Länder mit intensiver Mittelmeer-Migration wie Italien und Spanien erleben weiterhin starke Bewegungen, während nord- und mitteleuropäische Staaten tendenziell sinkende Zahlen melden.
Fachleute weisen darauf hin, dass politische Maßnahmen zur Migrationssteuerung, die wirtschaftliche Lage und internationale Krisen künftig erneut zu starken Veränderungen führen können.
Bedeutung für Deutschland: Entspannung – oder nur vorübergehend?
Der deutliche Rückgang in Deutschland könnte kurzfristig für Entlastung in Kommunen, Verwaltungsstellen und Unterkünften sorgen. Allerdings warnen Experten davor, dies als langfristige Entwicklung zu interpretieren.
Die globale Migrationslage – geprägt durch Konflikte, Klimawandel, Armut und geopolitische Spannungen – bleibe volatil. Zudem könnten politische Verschiebungen innerhalb Europas die Belastungen je nach Land neu verteilen.