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Operation Herakles: Ermittler zerschlagen internationales Betrugsnetz – über 3.500 Täter-Rufnummern abgeschaltet

kalhh (CC0), Pixabay

Mit einem weiteren massiven Schlag gegen die internationale Cyberkriminalität haben die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die BaFin die Infrastruktur professioneller Betrugsnetzwerke empfindlich getroffen. Im Rahmen der gemeinsamen „Operation Herakles“ wurden bis zum 5. Dezember 2025 insgesamt 3.562 überwiegend deutsche Rufnummern sowie zusätzlich 355 österreichische Festnetznummern identifiziert und abgeschaltet, die mutmaßlich für Betrugsdelikte genutzt wurden.

Die Rufnummern wurden von Tätergruppen für eine Vielzahl von Betrugsformen eingesetzt – vom Cybertrading-Fraud über Enkeltrick bis hin zu falschen Polizeibeamten. Ermittler gehen davon aus, dass viele dieser Nummern im Rahmen des weltweit florierenden „Crime-as-a-Service“-Modells vermietet wurden: Kriminelle erwerben fertige Kommunikationspakete, um Opfer glaubwürdig zu täuschen und hohe finanzielle Schäden zu verursachen.

Die BaFin lieferte dabei wichtige Hinweise, die zur Ermittlung zahlreicher betrügerischer Rufnummern führten. Ziel der Operation ist es, die technische Infrastruktur der Täter nicht nur zu stören, sondern nachhaltig zu zerstören – und damit Deutschland für internationale Betrugsnetzwerke zu einem zunehmend unattraktiven Standort zu machen.

Bereits im Juni und Oktober 2025 konnte die Operation Herakles mehr als 2.200 betrügerische Domains vom Netz nehmen. Die nun abgeschalteten Rufnummern stellen einen weiteren entscheidenden Schritt dar.

Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier betonte: „Wir entziehen Cyberkriminellen aktiv die Grundlage ihres Handels. Jede abgeschaltete Rufnummer steht für einen verhinderten Betrugsversuch.“

Auch Andreas Stenger, Präsident des LKA Baden-Württemberg, sieht einen Meilenstein: „Durch das Unterbrechen der Kommunikationswege verursachen wir erheblichen organisatorischen Aufwand für die Täter – ein Aufwand, der zunehmend unwirtschaftlich wird.“

BaFin-Exekutivdirektorin Birgit Rodolphe erklärte: „Der Online-Anlagebetrug zeigt ein enormes Ausmaß. Doch IT-gestützte Ermittlungsarbeit und koordiniertes Vorgehen können diesen Strukturen wirksam begegnen.“

Die Behörden kündigten an, auch künftig offensiv gegen Cyber-Betrug im Netz vorzugehen. Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit essenziell: Betrugsmaschen wie falsche Polizisten, angebliche Bankmitarbeiter oder vermeintliche Anlageberater bleiben weit verbreitet.

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