Aktenzeichen 1 IN 2681/25
Das Amtsgericht Mannheim hat am 1. Dezember 2025 um 13:30 Uhr einschneidende Maßnahmen im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der RNF Pro GmbH getroffen. Die Gesellschaft mit Sitz in Schwetzingen, eingetragen beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 731182, befindet sich offenkundig in einer kritischen wirtschaftlichen Lage. Um mögliche Nachteile für die Insolvenzmasse abzuwenden, wurde eine umfassende vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Zentraler Bestandteil des Beschlusses ist das allgemeine Verfügungsverbot, das der Schuldnerin auferlegt wurde. Damit geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis vollständig auf den vorläufigen Insolvenzverwalter über. Das Unternehmen darf somit nicht mehr eigenständig über Konten, Außenstände, Vermögenswerte oder operative Abläufe verfügen.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Tobias Wahl aus Mannheim bestellt, ein erfahrener Spezialist im Insolvenzrecht. Er ist nun befugt, Bankguthaben und Forderungen der RNF Pro GmbH einzuziehen, eingehende Gelder entgegenzunehmen und alle für die Verfahrenssicherung erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Kreditinstitute wurden verpflichtet, umfassend Auskunft zu erteilen. Zahlungen an die Schuldnerin sind unzulässig und dürfen nur noch an den vorläufigen Insolvenzverwalter erfolgen.
Darüber hinaus ist der vorläufige Insolvenzverwalter beauftragt, als Sachverständiger zu prüfen, ob ein Eröffnungsgrund nach der Rechtsform der Schuldnerin vorliegt und welche Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens bestehen. Dieser Prüfauftrag ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens und gibt erste Hinweise darauf, ob eine Sanierung möglich sein könnte oder eine Abwicklung im Raum steht.
Auch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wurden umfassend untersagt. Bereits eingeleitete Maßnahmen ruhen, soweit sie keine unbeweglichen Gegenstände betreffen. Gleichzeitig entfaltet der Beschluss die Wirkungen des § 240 ZPO, was zu einer Unterbrechung laufender zivilrechtlicher Streitverfahren mit Beteiligung der Schuldnerin führt.
Der vorläufige Insolvenzverwalter ist zudem berechtigt, die Geschäftsräume zu betreten, Einsicht in Bücher und Unterlagen zu nehmen und alle Auskünfte einzuholen, die eine vollständige Aufklärung der Vermögensverhältnisse erfordern.
Wie in solchen Verfahren üblich, weist das Gericht in seiner Rechtsmittelbelehrung auf die Möglichkeit der sofortigen Beschwerde hin. Diese muss innerhalb von zwei Wochen beim Amtsgericht Mannheim eingereicht werden – schriftlich oder zur Niederschrift einer Geschäftsstelle. Auch eine elektronische Einreichung ist unter Beachtung der technischen Vorgaben möglich.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wird ein entscheidender Schritt im Verfahren vollzogen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die RNF Pro GmbH eine Fortführungsperspektive besitzt oder ein reguläres Insolvenzverfahren unvermeidlich wird.
Amtsgericht Mannheim, 01.12.2025