Die Bedrohung durch Landminen nimmt weltweit wieder zu. Wie die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen berichtet, wurden im vergangenen Jahr rund 6.300 Menschen durch Minen und andere explosive Hinterlassenschaften getötet oder verletzt. Damit erreicht die Zahl der Opfer den höchsten Stand seit 2020 – ein alarmierender Trend, der die weltweiten Konfliktherde in ein düsteres Licht rückt.
Besonders betroffen sind Länder, in denen anhaltende Bürgerkriege den Alltag prägen. In Myanmar und Syrien registrierten Beobachter die meisten Opfer. Dort bleiben Minen ein alltägliches, unsichtbares Risiko, das selbst lange nach Kampfhandlungen weiterwirkt. Unübersichtliche Frontverläufe, fehlende Räumtechnik und gezielte Verminungen durch bewaffnete Gruppen machen große Gebiete für die Zivilbevölkerung lebensgefährlich.
Besonders tragisch ist der hohe Anteil minderjähriger Opfer: Fast die Hälfte der Getöteten oder Verletzten waren Kinder. Sie sind häufig weniger vorsichtig, erkennen Warnzeichen nicht oder stoßen beim Spielen auf explosive Überreste. Für Familien bedeutet jeder Vorfall nicht nur persönliches Leid, sondern oft auch langfristige wirtschaftliche Belastungen, da Verletzungen lebenslange Beeinträchtigungen nach sich ziehen können.
Experten warnen seit Jahren, dass die weltweite Verminung aus Konflikten der vergangenen Jahrzehnte nie vollständig kontrolliert wurde. Gleichzeitig werden in aktuellen Kriegen weiterhin Minen eingesetzt, trotz internationaler Verbotsabkommen. Der Bericht macht erneut deutlich, wie dringend Aufklärungsprogramme, medizinische Hilfe und vor allem umfassende Räumarbeiten notwendig sind.
Solange ganze Regionen vermint bleiben, wird sich die Zahl der Opfer kaum reduzieren lassen – und insbesondere Kinder bleiben jene, die den Preis für Kriege zahlen, die sie selbst nie geführt haben.