Die Kartoffeläcker in Deutschland haben in diesem Jahr reichlich Ertrag geliefert – doch beim Blick ins Supermarktregal kommt bei vielen Kundinnen und Kunden keine Freude auf. Wie der Marktanalyst Christoph Hambloch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft erklärt, sind die Preise für das Grundnahrungsmittel weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau.
Oft kosteten Speisekartoffeln im Handel mehr als 1,50 Euro pro Kilogramm, so Hambloch. Zwar seien die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um bis zu sieben Cent gesunken, doch von einem echten Entlastungseffekt könne keine Rede sein.
Ein wesentlicher Grund liegt laut Hambloch in der Struktur der Wertschöpfungskette. Zwischen Acker und Einkaufskorb stehen Lagerung, Transport, Verarbeitung, Handel – und jede Stufe wolle ihren Anteil am Gewinn sichern. Hinzu kommen gestiegene Kosten im Agrarbetrieb, etwa für Energie, Dünger und Personal, die trotz guter Ernte nicht einfach verschwinden.
Während Landwirte also ein erfolgreiches Erntejahr verbuchen, bleibt für Verbraucher eine Erkenntnis: Die Knolle bleibt ein teures Produkt – und der Preis an der Ladentheke hat längst nicht mehr nur mit der Erntemenge zu tun.