Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt eindringlich vor der Website vermoegensvermittler(.)com. Nach Erkenntnissen der Behörde bieten die Betreiber dort ohne Erlaubnis Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen an – darunter die Eröffnung von Tages- und Festgeldkonten, Vermögensverwaltung und Anlageberatung.
Besonders brisant: Die Seite erweckt den Eindruck, im Namen der MAB Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main zu handeln. Laut BaFin handelt es sich dabei jedoch um einen klaren Fall von Identitätsdiebstahl. Die genannte GmbH steht in keinerlei Verbindung zu den betrügerischen Aktivitäten.
⚠️ BaFin: Betreiber täuschen Aufsicht und Anleger
Auf der Website wird zudem behauptet, das Unternehmen sei von der BaFin beaufsichtigt – auch das ist falsch. Eine Zulassung oder Erlaubnis für Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen liegt nicht vor.
„Die Täter bedienen sich der Identität seriöser Finanzhäuser, um Anleger zu täuschen und Vertrauen aufzubauen“, warnt ein Sprecher der BaFin. „Wir beobachten derzeit eine Zunahme solcher Fälle, bei denen reale Firmen für betrügerische Zwecke missbraucht werden.“
Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass vermoegensvermittler(.)com keine Verbindung zu einer offiziell lizenzierten Vermögensverwaltung hat.
💻 Wie der Betrug funktioniert
Nach bisherigen Erkenntnissen versuchen die unbekannten Betreiber, über die Website und gezielte E-Mails Kunden zur Kontoeröffnung oder Geldanlage zu bewegen. Versprochen werden:
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hohe Zinsen bei Tages- und Festgeldangeboten,
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eine professionelle Vermögensverwaltung mit angeblich geprüften Strategien,
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sowie individuelle Anlageberatung durch vermeintliche Experten.
Oft werden dabei vertrauenswürdige Logos, Registrierungsnummern und fiktive Ansprechpartner verwendet. Anleger sollen persönliche Daten, Ausweiskopien oder Geldbeträge übermitteln – ein gefährlicher Schritt, der Datenmissbrauch und Vermögensverlust zur Folge haben kann.
🧠 Experten warnen: Identitätsdiebstahl ist wachsende Masche
Rechtsanwalt Michael Iwanow, Experte für Finanzbetrugs- und Verbraucherschutzrecht, sieht in diesem Fall ein weiteres Beispiel für die zunehmende Professionalisierung von Online-Anlagebetrug:
„Die Täter greifen gezielt auf die Namen echter, zugelassener Finanzdienstleister zurück. Damit umgehen sie die natürliche Skepsis von Anlegern und erzeugen Seriosität, wo keine ist.“
Iwanow rät Betroffenen, keine Zahlungen zu leisten, keine Dokumente zu übermitteln und die Website umgehend bei der BaFin und Polizei zu melden.
„Ein Identitätsdiebstahl kann für echte Unternehmen enormen Reputationsschaden bedeuten – und für Anleger existenzielle Verluste“, warnt der Jurist.
📜 Rechtlicher Hintergrund
Nach § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) darf niemand ohne Erlaubnis der BaFin in Deutschland Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen anbieten.
Verstöße gelten als unerlaubte Geschäfte und können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die BaFin empfiehlt Anlegerinnen und Anlegern dringend, vor jeder Geldanlage oder Kontoeröffnung die Echtheit eines Anbieters zu prüfen – etwa über die Unternehmensdatenbank der BaFin.
🛡️ Fazit
Der Fall vermoegensvermittler(.)com zeigt erneut, wie professionell Betrüger im Internet vorgehen, um Vertrauen zu erschleichen und seriöse Finanzhäuser zu imitieren.
Die Kombination aus Identitätsdiebstahl, falschen Zulassungsangaben und realistisch wirkenden Webseiten macht es für Verbraucher zunehmend schwer, Fälschungen zu erkennen.
Die wichtigste Regel bleibt: Kein Geld ohne Prüfung.
Wer auf einer Website mit hohen Renditen und angeblicher BaFin-Aufsicht gelockt wird, sollte sofort misstrauisch werden – und im Zweifel lieber zweimal nachsehen, bevor das eigene Vermögen verschwindet.