Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Osterrade III Beteiligungs-GmbH & Co. KG aus Bovenau zeigt ein insgesamt robustes Ergebnis in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Zwar gingen Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, doch die Finanz- und Vermögenslage bleibt solide. Die Gesellschaft profitiert weiterhin von stabilen Erträgen aus der Stromproduktion, einer geordneten Finanzierung und einem klaren Risikomanagement.
Ertragslage: Leicht rückläufig, aber weiterhin profitabel
Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse von rund 1,39 Mio. Euro (Vorjahr: 1,47 Mio. Euro). Der Rückgang um etwa 5,5 Prozent ist auf eine leicht unterdurchschnittliche Windsituation sowie niedrigere Strompreise im Vergleich zur Hochpreisphase 2022 zurückzuführen. Dennoch lagen die Preise weiterhin über dem Niveau der Jahre vor 2021 – ein stabilisierender Faktor für die Gesamterträge.
Der Jahresüberschuss belief sich auf 258.024 Euro, nach 370.343 Euro im Vorjahr. Die Ertragskraft bleibt damit solide, wenn auch leicht rückläufig.
Die Hauptfaktoren im Ergebnis waren:
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Umsatzerlöse: 1,315 Mio. Euro
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Sonstige Erträge: 78 Tsd. Euro
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Abschreibungen: 622 Tsd. Euro (konstant zum Vorjahr)
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Betriebsaufwand: 393 Tsd. Euro
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Zinsaufwand: 74,7 Tsd. Euro
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Gewerbesteuer: 52,3 Tsd. Euro
Trotz des niedrigeren Gewinns beweist die Gesellschaft weiterhin betriebliche Stabilität und Kostendisziplin. Die Anlagen liefen ohne wesentliche technische Störungen, und der Wartungsvertrag mit Siemens Gamesa Renewable Energy Service GmbH gewährleistet eine hohe technische Verfügbarkeit von 97 %.
Vermögenslage: Hohe Anlagenintensität, aber konsequente Entschuldung
Das Anlagevermögen verringerte sich infolge der planmäßigen Abschreibungen von 4,72 Mio. Euro auf 4,10 Mio. Euro. Der Buchwert der drei Windkraftanlagen (je 2 MW Nennleistung) beträgt 3,43 Mio. Euro. Hinzu kommen die Übergabestation mit externer Verkabelung (271 Tsd. Euro) sowie Zuwegungen und Kranstellplätze (232 Tsd. Euro).
Das Eigenkapital sank leicht auf 1,63 Mio. Euro (Vorjahr: 1,68 Mio. Euro), während das Kommanditkapital mit 1,485 Mio. Euro vollständig eingezahlt ist.
Die Bilanzsumme reduzierte sich von 5,83 Mio. Euro auf 4,89 Mio. Euro, was primär auf Abschreibungen und den Abbau von Verbindlichkeiten zurückzuführen ist.
Besonders positiv hervorzuheben ist der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund 798.000 Euro auf 2,96 Mio. Euro. Damit setzt die Gesellschaft ihren Entschuldungskurs konsequent fort und stärkt ihre Eigenkapitalbasis langfristig.
Finanzlage: Geordnete Finanzierung und aktives Zinsmanagement
Die Gesellschaft war im gesamten Geschäftsjahr zahlungsfähig und konnte alle Verpflichtungen fristgerecht erfüllen.
Im September 2024 wurde das bestehende Investitionsdarlehen der Nord-Ostsee Sparkasse umgeschuldet – künftig gilt ein variabler Zinssatz, der durch zwei Zinsswaps mit einem Volumen von rund 1,5 Mio. Euro bis 2029 abgesichert ist. Damit werden potenzielle Zinsrisiken neutralisiert.
Auch das im Anlagevermögen enthaltene Wertpapier – eine Inhaberschuldverschreibung der Bayerischen Landesbank – wird zum Nennwert zurückgezahlt und ist somit risikoarm. Der Buchwert beträgt 165.000 Euro.
Die Finanzstruktur bleibt somit konservativ, risikobewusst und langfristig stabil.
Risiken und Chancen: Gut abgesichert, aber abhängig von Wind und Marktpreisen
Die Gesellschaft agiert risikoavers und hat zentrale Risiken identifiziert und abgesichert:
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Zinsrisiken: durch Swaps neutralisiert.
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Währungsrisiken: nicht vorhanden, da keine Fremdwährungsgeschäfte bestehen.
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Technische Risiken: durch Wartungsvertrag mit Verfügbarkeitsgarantie (97 %) minimiert.
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Marktrisiken: über das EEG-Markprämienmodell abgesichert, keine Absatzrisiken.
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Redispatch 2.0: mögliche zeitliche Verzögerungen bei der Vergütung können kurzfristig Liquidität belasten, jedoch ohne strukturelle Gefahr.
Chancen bestehen insbesondere in:
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einer positiven Windentwicklung im Jahr 2025,
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möglichen höheren Marktpreisen für Strom,
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sowie einer politischen Förderung des Windkraftausbaus im Rahmen der nationalen Energiewende.
Kostenstruktur und laufende Verpflichtungen
Die Hessische Hausstiftung erhält für die Standortüberlassung eine jährliche Mindestvergütung von 72.000 Euro.
Die Geschäftsführung durch die Komplementärin Windpark Osterrade GmbH wird mit 5.000 Euro Haftungsvergütung und einer laufenden Geschäftsbesorgungsvergütung von 39.001,50 Euro vergütet, angepasst zum 01.04.2024.
Weitere langfristige Pachtverpflichtungen betragen rund 72.000 Euro pro Jahr bis zum Ablauf der Verträge.
Bewertung aus Anlegersicht
Die Windpark Osterrade III Beteiligungs-GmbH & Co. KG präsentiert sich als solide geführtes Unternehmen mit konservativer Bilanzpolitik, kontinuierlichem Schuldenabbau und hoher technischer Zuverlässigkeit. Trotz leicht rückläufiger Umsätze und Gewinne ist die operative Basis weiterhin stark.
Positiv:
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Solide Eigenkapitalausstattung (1,63 Mio. Euro)
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Deutlicher Schuldenabbau (minus 800 Tsd. Euro)
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Aktives Zinsmanagement (Zinsswaps bis 2029)
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Stabile Ertragslage trotz rückläufiger Strompreise
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Keine operativen Störungen, hohe Anlagenverfügbarkeit
Kritisch:
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Rückgang des Jahresüberschusses um rund 30 %
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Abhängigkeit von Windverhältnissen und Marktpreisen
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Langfristige Fixkosten aus Pachtverträgen
Fazit
Der Jahresabschluss 2024 bestätigt die wirtschaftliche Stabilität und solide Unternehmensführung der Windpark Osterrade III Beteiligungs-GmbH & Co. KG.
Die Gesellschaft bleibt ein verlässlicher Bestandshalter im Bereich erneuerbarer Energien – mit konservativer Finanzpolitik, soliden Erträgen und einem effektiven Risikomanagement.
Für Anlegerinnen und Anleger ist der Windpark Osterrade III ein konservatives, substanzorientiertes Investment, das stabile Erträge bei begrenztem Risiko bietet. Der moderate Gewinnrückgang ist im Kontext des Marktumfelds unbedenklich, solange der Windpark technisch stabil bleibt und die Windbedingungen 2025 eine Erholung ermöglichen.