Frauen bewegen sich laut Studien seltener regelmäßig als Männer – doch wenn sie es tun, profitieren sie deutlich mehr davon. Eine aktuelle Untersuchung im Fachjournal Nature Cardiovascular Research zeigt: Körperliche Aktivität wirkt bei Frauen effektiver auf die Herzgesundheit.
Sport – für Frauen besonders lohnend
Die Forscherinnen und Forscher werteten Daten von mehreren hunderttausend Menschen aus und kamen zu einem klaren Ergebnis: Wer sich regelmäßig bewegt, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich. Doch der Effekt ist bei Frauen stärker ausgeprägt.
Demnach reduziert regelmäßige Bewegung das Risiko für eine koronare Herzkrankheit bei Frauen um 22 Prozent, bei Männern hingegen nur um 17 Prozent. Auch die Sterblichkeit insgesamt sank bei sportlich aktiven Frauen stärker als bei ihren männlichen Pendants.
WHO-Empfehlung: 150 Minuten Bewegung pro Woche
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Erwachsenen, sich mindestens 150 Minuten pro Woche moderat zu bewegen – etwa durch Radfahren, Schwimmen oder schnelles Gehen. Alternativ können 75 Minuten intensiver Sport wie Joggen, Fußball oder Aerobic denselben Effekt haben.
Doch laut den Studienautoren halten sich Frauen seltener an diese Empfehlungen. Berufliche Belastung, familiäre Verpflichtungen oder ein geringeres Selbstbewusstsein im sportlichen Umfeld spielen dabei eine Rolle.
Forscher fordern gezielte Motivation für Frauen
Das Fazit der Wissenschaftler ist eindeutig:
„Frauen profitieren im Verhältnis stärker vom Sport – sie haben also besonders viel zu gewinnen“, sagt Studienautor Dr. Stephen Juraschek von der Harvard Medical School.
Er fordert mehr gesellschaftliche Anstrengungen, um Frauen gezielt zu sportlicher Aktivität zu motivieren – etwa durch flexible Kursangebote, bessere Vereinbarkeit von Familie und Bewegung sowie gezielte Aufklärung über die gesundheitlichen Vorteile.
Bewegung als Herzschutz
Schon moderate Aktivität – tägliche Spaziergänge, Fahrradfahren zur Arbeit oder Gartenarbeit – könne laut Studie messbare Effekte haben. Wer sich regelmäßig bewegt, verbessert Blutdruck, Stoffwechsel und Gefäßelastizität, was langfristig Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugt.
Fazit
Frauen müssen zwar erst den Weg in den Sport finden, doch ihr Körper reagiert besonders dankbar darauf.
Die Studie belegt, dass selbst kleine Schritte – im wahrsten Sinne des Wortes – große Wirkung haben können.
Kurz gesagt: Bewegung ist die beste Medizin – und bei Frauen offenbar doppelt wirksam.