Die deutsche Arzneimittelversorgung steht auf wackligen Beinen – und das liegt vor allem an der Abhängigkeit von China. Der Pharmaverband Pro Generika warnt in einer aktuellen Studie eindringlich davor, dass Deutschland bei vielen lebenswichtigen Medikamenten im Falle eines chinesischen Lieferstopps in ernste Schwierigkeiten geraten würde.
⚠️ Ein Drittel der Wirkstoffe aus China kritisch
Laut der Untersuchung hat Pro Generika 56 wichtige pharmazeutische Wirkstoffe analysiert – darunter Antibiotika, Schmerzmittel und Herz-Kreislauf-Präparate. Das alarmierende Ergebnis:
Bei mehr als einem Drittel dieser Wirkstoffe drohten im Fall eines Lieferstopps aus China massive Engpässe.
Besonders dramatisch sei die Lage bei Antibiotika, wo es kaum alternative Lieferanten gebe. Viele der Grundsubstanzen, sogenannte Active Pharmaceutical Ingredients (APIs), stammen nahezu ausschließlich aus chinesischer Produktion.
🧪 Keine kurzfristige Lösung in Sicht
Ein schneller Ausbau eigener Produktionskapazitäten in Europa sei laut der Studie technisch und wirtschaftlich kaum möglich.
„Die Verlagerung der Produktion dauert Jahre, weil Anlagen gebaut, Genehmigungen eingeholt und Lieferketten neu aufgebaut werden müssen“, heißt es.
Damit ist Deutschland – wie auch der Rest Europas – in einer strategisch gefährlichen Abhängigkeit von wenigen asiatischen Herstellern gefangen.
📉 Preiswettbewerb als Hauptursache
Ein Grund für diese Entwicklung ist der jahrelange Preisdruck im Generikamarkt.
Deutsche Krankenkassen vergeben Aufträge oft an den günstigsten Anbieter – und das sind meist Hersteller in Asien.
Dadurch seien europäische Produktionsstandorte im Laufe der Jahre ausgelagert oder geschlossen worden.
„Wir haben uns über Jahrzehnte aus rein ökonomischen Gründen in diese Abhängigkeit manövriert“, so der Verband.
🏛️ Pro Generika fordert politische Maßnahmen
Der Verband fordert nun konkrete politische Schritte, um die Versorgung langfristig zu sichern. Dazu zählen:
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Förderprogramme für den Wiederaufbau von Produktionsstätten in Europa,
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faire Vergaberegeln, die Qualität und Versorgungssicherheit stärker gewichten,
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sowie eine europäische Strategie zur Unabhängigkeit von China und Indien.
Nur durch eine gezielte Industriepolitik könne verhindert werden, dass Deutschland bei der nächsten globalen Krise vor leeren Apothekenschränken steht.
💬 Fazit: Ein Weckruf für die Politik
Die Warnung des Pharmaverbands ist kein Einzelfall – bereits während der Corona-Pandemie zeigte sich, wie anfällig Europas Medikamentenversorgung ist.
Doch nun liegen konkrete Zahlen auf dem Tisch: Sollte China seine Lieferungen drosseln, stünden viele Kliniken und Apotheken binnen Wochen vor Engpässen.
Pro Generika fasst die Lage nüchtern zusammen:
„Wir dürfen bei lebenswichtigen Arzneimitteln nicht von einem Land abhängig sein – schon gar nicht von einem geopolitischen Rivalen.“