Die umstrittene „Friedensstatue“ im Berliner Stadtteil Moabit, die an das Schicksal der sogenannten „Trostfrauen“ erinnert, muss entfernt werden. Das Verwaltungsgericht Berlin hat am Montag den Eilantrag des Korea-Verbands gegen den Abbau der Statue abgelehnt, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.
Die Bronzefigur, die seit 2020 an der Kreuzung Birkenstraße und Bremer Straße steht, zeigt ein junges Mädchen auf einem Stuhl – ein Symbol für die zahllosen koreanischen Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs von japanischen Soldaten zur Prostitution gezwungen wurden. Die Statue war ursprünglich mit befristeter Genehmigung aufgestellt worden, die inzwischen bereits zweimal verlängert wurde. Nun läuft die Frist endgültig aus.
Gericht: Keine dauerhafte Genehmigung
Das Berliner Verwaltungsgericht folgte der Einschätzung des Bezirksamts Mitte, das die Figur entfernen lassen will. Eine dauerhafte Aufstellung im öffentlichen Raum sei nicht genehmigt worden, und der Korea-Verband habe keinen Anspruch auf eine weitere Verlängerung, hieß es in der Entscheidung.
Damit ist der Weg für den Abbau der Statue frei – ein Schritt, der immer wieder politische Spannungen zwischen Deutschland, Japan und Südkorea ausgelöst hat.
Diplomatische Kontroverse
Die japanische Regierung hatte die Statue mehrfach als „inakzeptabel“ bezeichnet und darauf gedrängt, sie zu entfernen. Tokio sieht darin eine einseitige Darstellung der Geschichte, die die Bemühungen um eine Versöhnung mit Südkorea behindere.
Der Korea-Verband hingegen sieht in der Statue ein Mahnmal gegen sexuelle Gewalt in Kriegszeiten und eine Erinnerung an die Leidensgeschichten der Opfer, die jahrzehntelang verschwiegen wurden. „Das Urteil ist ein Rückschlag für die Aufarbeitung historischer Kriegsverbrechen und für die Stimmen der Opfer“, erklärte eine Sprecherin des Vereins.
Symbol gegen das Vergessen
Seit ihrer Errichtung hat die Statue international Aufmerksamkeit erregt – nicht nur als Erinnerungsort, sondern auch als politisches Symbol. Immer wieder wurden Blumen und Briefe niedergelegt, und die Figur war Ziel von Protestaktionen und diplomatischen Noten.
Ob der Korea-Verband gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen wird, ist noch offen. Bis dahin bleibt unklar, wann genau die Statue tatsächlich abgebaut wird. Sicher ist jedoch: Mit ihrer Entfernung verliert Berlin ein Mahnmal, das wie kaum ein anderes die Spannung zwischen Erinnerungskultur und internationaler Diplomatie sichtbar gemacht hat.