Der frühere US-Präsident Joe Biden (82) wird wegen einer aggressiven Form von Prostatakrebs medizinisch behandelt. Wie seine Sprecherin Kelly Scully am Samstag mitteilte, hat Biden nun mit einer Strahlentherapie sowie einer ergänzenden Hormonbehandlung begonnen. Die Maßnahmen markieren den Beginn einer neuen Phase im Kampf gegen die Erkrankung, die im Mai dieses Jahres erstmals öffentlich gemacht worden war.
Biden, der von 2019 bis Januar 2025 als 46. Präsident der Vereinigten Staaten amtierte, war im Januar vom Republikaner Donald Trump abgelöst worden. Seitdem hat er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen – nun wird klar: Nicht politischer Rückzug, sondern gesundheitliche Gründe dürften im Vordergrund stehen.
Diagnose: Besonders aggressive Form von Prostatakrebs
Bereits im Frühjahr hatte Bidens Büro mitgeteilt, dass bei einer routinemäßigen Untersuchung Prostatakrebs festgestellt worden sei. Weitere Tests hätten ergeben, dass es sich um eine schnell wachsende und medizinisch herausfordernde Variante handele.
Nach Angaben von Scully sei die Entscheidung zur Kombination aus Strahlentherapie und Hormonbehandlung das Ergebnis intensiver Beratungen mit einem interdisziplinären Ärzteteam. Ziel sei es, das Tumorwachstum zu stoppen oder zumindest stark zu verlangsamen. Über den genauen Verlauf der Krankheit, Prognosen oder mögliche Einschränkungen im Alltag machte das Büro keine weiteren Angaben.
Öffentlichkeit reagiert mit Anteilnahme
Zahlreiche Politikerinnen und Politiker beider großer Parteien in den USA äußerten sich betroffen über die Nachricht und wünschten Biden eine baldige Genesung. Auch Präsident Trump erklärte laut Medienberichten, er hoffe auf „eine starke und vollständige Erholung“ seines Vorgängers – ein seltener Moment der Einigkeit in der polarisierten politischen Landschaft der USA.
In den sozialen Netzwerken äußerten sich viele Menschen mit Respekt für Bidens Offenheit und betonten, wie wichtig es sei, dass auch prominente Persönlichkeiten offen mit Krebserkrankungen umgehen – gerade um das Bewusstsein für Vorsorge und frühzeitige Diagnosen zu schärfen.
Prostatakrebs – häufig, aber heilbar
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern – vor allem im höheren Alter. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung langsam und ist gut behandelbar, doch es gibt auch aggressivere Varianten, die sich schneller ausbreiten und schwieriger kontrollieren lassen. Die Kombination aus Hormontherapie und Bestrahlung gilt in der modernen Medizin als bewährter Behandlungsansatz.
Medizinexperten betonen, dass eine frühe Erkennung entscheidend sei. Bei aggressiven Verlaufsformen hänge die Heilungschance jedoch auch stark von individuellen Faktoren wie Tumorstadium, Alter, Allgemeinzustand und Reaktion auf die Therapie ab.
Ausblick:
Joe Biden wird sich laut Angaben seines Büros vorerst auf seine Gesundheit konzentrieren. Öffentliche Auftritte seien derzeit nicht geplant. Ob er künftig wieder politisch oder gesellschaftlich aktiv wird, ist offen. Die laufende Behandlung werde „mit voller medizinischer Unterstützung“ durchgeführt, so Scully.