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Tödliche Flucht über das Mittelmeer: Dutzende Leichen an Libyens Küste entdeckt

NoName_13 (CC0), Pixabay

An der libyschen Mittelmeerküste sind in den vergangenen zwei Wochen mindestens 61 Leichen von Flüchtlingen angespült worden. Das teilte eine Unterabteilung des libyschen Gesundheitsministeriums mit. Die Toten seien an mehreren Küstenabschnitten westlich der Hauptstadt Tripolis, nahe der Grenze zu Tunesien, entdeckt worden – einer Region, die seit Jahren als gefährlicher Knotenpunkt auf der Fluchtroute nach Europa gilt.

Nach Behördenangaben wurden bislang zwölf der geborgenen Leichen beerdigt, die übrigen seien zur Gerichtsmedizin gebracht worden, um sie zu identifizieren und die Todesumstände zu klären. Die genaue Zahl der Opfer könnte noch steigen, da Suchtrupps weiterhin Küstenabschnitte absuchen. Viele der Toten gelten als Opfer von Schiffbrüchen überfüllter Boote, die auf dem Weg nach Europa kenterten.

Libyen ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 zu einer der wichtigsten Transitregionen für Migrantinnen und Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten geworden. Zahlreiche Menschen fliehen vor Konflikten, Armut und politischer Verfolgung, um über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen. Doch die Überfahrt gilt als eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt: Schleuser schicken Migranten häufig auf seeuntüchtigen Booten los, oft ohne ausreichende Ausrüstung, Wasser oder Treibstoff.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hielten sich zuletzt rund 895.000 Migranten aus 45 Nationen in Libyen auf – viele von ihnen unter schwierigen Bedingungen in Lagern oder in improvisierten Unterkünften. Immer wieder kommt es dort zu Misshandlungen, Ausbeutung und willkürlicher Inhaftierung.

Bereits Mitte September waren nach IOM-Angaben mindestens 50 Menschen gestorben, als ein Boot mit 75 sudanesischen Flüchtlingen vor der libyschen Küste kenterte. Diese jüngsten Funde zeigen erneut die dramatische Lage entlang der zentralen Mittelmeerroute, auf der Jahr für Jahr Hunderte Menschen ihr Leben verlieren.

Hilfsorganisationen fordern seit Langem besseren Schutz für Migranten und mehr legale Fluchtwege, um das Sterben im Mittelmeer zu beenden. Doch die Lage in Libyen bleibt politisch instabil: Das Land ist de facto in zwei rivalisierende Regierungen gespalten, während Schleppernetzwerke in der Unsicherheit florieren. Für viele, die versuchen, Europa zu erreichen, endet der Traum von Sicherheit und Freiheit weiterhin tödlich an den Stränden Nordafrikas.

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