Deutschland erlebt einen neuen Reichtumsrekord: Noch nie gab es hierzulande so viele Milliardäre wie in diesem Jahr. Laut der aktuellen Rangliste der 500 reichsten Deutschen hat die Zahl der Personen mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Euro mit 256 einen historischen Höchststand erreicht.
An der Spitze bleibt ein alter Bekannter: Dieter Schwarz, Gründer des Handelsriesen Lidl und Kaufland, führt das Ranking erneut an. Sein geschätztes Vermögen stieg auf 46,5 Milliarden Euro – ein Plus von fast drei Milliarden im Vergleich zum Vorjahr.
Auf Platz zwei folgen die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt mit einem geschätzten Vermögen von 36,1 Milliarden Euro. Knapp dahinter liegt die Aldi-Süd-Familie Albrecht/Heister mit 27,7 Milliarden Euro. Damit konnten die drei reichsten Vermögensgruppen ihr Kapital im vergangenen Jahr weiter steigern.
Anders sieht es bei anderen Schwergewichten der Wirtschaft aus. Die traditionsreiche Unternehmerfamilie Merck verzeichnete einen deutlichen Einbruch: Ihr Vermögen schrumpfte um rund 30 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro, verursacht durch den Kursrückgang der Merck-Aktie. Auch die Reimann-Familie, deren Beteiligungsgesellschaft JAB Holding unter anderem an Coty und Calvin Klein beteiligt ist, verlor rund ein Fünftel ihres Vermögens.
Ebenso traf es den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: Nach dem Zusammenbruch der Signa-Holding, an der er beteiligt war, büßte er rund 20 Prozent seines Vermögens ein und verfügt nun noch über 23,5 Milliarden Euro.
Insgesamt zeigt die aktuelle Rangliste, dass der Reichtum in Deutschland weiter wächst – allerdings ungleich verteilt. Während einige Unternehmerfamilien trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten Rekordgewinne verbuchen, verlieren andere Milliarden durch Börsenschwankungen, Fehlinvestitionen oder den globalen Abschwung.
Deutschland zählt damit weiterhin zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Milliardären weltweit – ein Symbol für wirtschaftliche Stärke, aber auch ein Spiegel der sozialen Ungleichheit im Land.