Der Jahresabschluss 2024 der CEE Windpark Berg GmbH & Co. KG zeigt ein Windparkunternehmen mit stabilen Sachanlagen, planmäßigem Schuldenabbau und klar strukturierten Betriebsverträgen. Gleichzeitig offenbart er jedoch eine außerordentlich niedrige Eigenkapitalquote und eine deutlich sinkende Liquidität, was die finanzielle Flexibilität spürbar einschränkt. Aus Anlegersicht präsentiert sich der Windpark als operativ solide, aber bilanziell stark fremdfinanziert und kapitalarm.
Bilanzstruktur: Anlagevermögen dominiert, Bilanzsumme schrumpft deutlich
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 beläuft sich die Bilanzsumme auf 8,46 Mio. Euro, ein Rückgang um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (9,23 Mio. Euro). Hauptursache ist die planmäßige Abschreibung des Windenergieanlagenbestands, der das Anlagevermögen auf 7,66 Mio. Euro (Vorjahr: 8,14 Mio. Euro) verringerte.
Das Anlagevermögen macht damit über 90 Prozent der Gesamtaktiva aus – typisch für Windparkgesellschaften, die fast ausschließlich aus langfristigen Energieanlagen bestehen. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden laut Anhang nicht vorgenommen, was auf keine technischen oder wirtschaftlichen Wertminderungen schließen lässt.
Liquidität unter Druck – Umlaufvermögen sinkt deutlich
Das Umlaufvermögen verringerte sich von 883.751 Euro auf 564.629 Euro (−36 %). Insbesondere die liquiden Mittel halbierten sich nahezu von 444.838 Euro auf 220.801 Euro. Auch die Forderungen gingen um rund 95.000 Euro zurück.
Dieser Rückgang deutet auf verstärkte Tilgungen und laufende Betriebsausgaben hin, die die Kassenbestände belastet haben. Für Anleger ist dies kein unmittelbares Alarmzeichen, aber ein Hinweis, dass der Windpark seine Liquiditätsreserven stärker nutzt, um Verpflichtungen zu erfüllen.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten stiegen leicht auf 238.205 Euro – ein Indiz für vorausgezahlte Betriebskosten oder Wartungsverträge, die sich auf kommende Geschäftsjahre beziehen.
Eigenkapitalquote nahezu null – komplette Fremdfinanzierung
Mit einem Eigenkapital von nur 1.000 Euro ist die CEE Windpark Berg GmbH & Co. KG faktisch vollständig fremdfinanziert. Die Eigenkapitalquote liegt unter 0,02 Prozent – ein strukturell riskantes, aber bei Zweckgesellschaften im Bereich Erneuerbare Energien nicht unübliches Konstrukt.
Das fehlende Eigenkapital bedeutet, dass jegliche Verluste oder unerwartete Ausgaben unmittelbar durch Fremdkapital oder Gesellschafterdarlehen ausgeglichen werden müssten. Für Anleger heißt das: operativ stabile Erträge sind entscheidend, da keine Kapitalpuffer existieren.
Fremdkapital dominiert: Schuldenabbau erkennbar
Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende auf 7,93 Mio. Euro (Vorjahr: 8,82 Mio. Euro) – ein Rückgang um etwa 10 Prozent. Der Schuldenabbau ist positiv zu werten, insbesondere im Hinblick auf die Bankdarlehen, die von 4,96 Mio. Euro auf 4,07 Mio. Euro reduziert wurden.
Diese Kredite sind laut Anhang vollständig durch die Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen und die Abtretung der Einspeiseerlöse besichert – ein gängiges, aber enges Sicherungsnetz. Zudem bestehen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2,75 Mio. Euro, die die Fremdfinanzierung stabilisieren, aber auch Zins- und Rückzahlungsrisiken bergen.
Langfristig laufende Verbindlichkeiten (über ein Jahr) machen über 87 Prozent der gesamten Schulden aus – das deutet auf langfristig planbare Tilgungsstrukturen hin.
Steuern und Rückstellungen: moderat und transparent
Die Rückstellungen stiegen leicht von 69.336 Euro auf 89.678 Euro – ein angemessenes Maß für Wartung, Pacht oder kleinere betriebliche Verpflichtungen.
Die passiven latenten Steuern erhöhten sich auf 434.991 Euro (+27 %). Diese entstehen aus Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, insbesondere aufgrund unterschiedlicher Nutzungsdauern der Anlagen und abweichender Abschreibungszeiträume.
Für Anleger bedeutet das: künftige Steuerbelastungen werden in der Bilanz berücksichtigt, was die Transparenz stärkt und konservatives Rechnungswesen erkennen lässt.
Langfristige Verpflichtungen: solide, aber dauerhaft bindend
Zum 31.12.2024 bestanden nicht bilanzierte Verpflichtungen aus laufenden Verträgen in Höhe von insgesamt 452.400 Euro, darunter:
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Pachtverträge bis 2033: 85.800 € jährlich
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Technische Betriebsführung bis 2035: 37.300 € jährlich
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Wartungsvertrag bis 2029: 329.300 € jährlich
Diese langfristigen Verpflichtungen sind branchenüblich und notwendig, um den kontinuierlichen Betrieb der Windkraftanlagen sicherzustellen. Allerdings binden sie den Windpark dauerhaft an feste Ausgabestrukturen, was künftige Kostensenkungen erschwert.
Beteiligungen und Konzernstruktur: klare Einbindung in die CEE-Gruppe
Die Gesellschaft hält jeweils 66,66 % an zwei Tochtergesellschaften, die Infrastrukturleistungen (Kabeltrassen) für den Windpark bereitstellen. Diese Beteiligungen sind profitabel, wenn auch in sehr kleinem Umfang (Gesamtjahresgewinn unter 5.000 Euro).
Die Mehrheitsgesellschafterin ist der Luxemburger Fonds CEE Renewable Fund 9 S.A. SICAF-RAIF, nach der Verschmelzung mit dem früheren Sidefund I. Daneben hält die CEE Holding S.à.r.l. & Co. KGaA (Hamburg) indirekt 25 % der Anteile. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der CEE Holding einbezogen – was strukturelle und finanzielle Rückendeckung sichert.
Bewertung aus Anlegersicht
Positiv:
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Stetiger Schuldenabbau (−887.000 Euro)
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Keine außerplanmäßigen Abschreibungen → stabile Anlagennutzung
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Klare, langfristig geregelte Betriebsverträge
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Zugehörigkeit zur finanzstarken CEE-Gruppe
Kritisch:
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Extrem niedrige Eigenkapitalquote (≈0 %)
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Stark sinkende Liquidität (−50 %)
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Vollständige Abhängigkeit von Fremd- und Gesellschafterfinanzierungen
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Keine Hinweise auf operative Gewinnentwicklung oder Cashflow-Reserven
Fazit
Die CEE Windpark Berg GmbH & Co. KG präsentiert sich 2024 als operativ stabiler, aber bilanziell fragiler Windparkbetreiber. Die planmäßigen Abschreibungen und der Rückgang der Verbindlichkeiten zeigen ein geordnetes Finanzmanagement, während die Zugehörigkeit zur CEE-Gruppe zusätzliche Sicherheit bietet.
Allerdings ist die Eigenkapitalausstattung alarmierend niedrig, und der Liquiditätsrückgang sollte aufmerksam beobachtet werden. Für Anleger bedeutet dies: Sicher, aber wenig flexibel – das Projekt dürfte solide Erträge aus dem Stromverkauf generieren, bleibt aber empfindlich gegenüber Zinserhöhungen, Reparaturkosten oder Windflauten.
Langfristig hängt die Attraktivität dieser Beteiligung daher vor allem davon ab, ob die CEE-Gruppe die Gesellschaft weiterhin strategisch stützt und die Fremdkapitallast kontrolliert abbaut.