Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt eindringlich vor Angeboten in WhatsApp-Gruppen wie „Aktienmarkt Gold Investment Exchange Group“, „Chatroom für Anlagestrategien“, „Kapitalwachstums-Austauschgruppe“ oder „Börsen-Navigator“. Nach Erkenntnissen der Behörde handelt es sich hierbei um Angebote, die ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen in Deutschland unterbreiten.
Identitätsdiebstahl mit angeblichem Bezug zu Advent International
Die Gruppen geben sich als Projekte der „Advent International Group“ aus. Mitglieder werden auf die angebliche BaFin-ID der Advent International Fund Manager S.a.r.l., Luxemburg, verwiesen. Dies ist falsch – es handelt sich um einen Identitätsdiebstahl.
Weder die Advent International Fund Manager S.a.r.l. noch andere Unternehmen der internationalen Advent-Gruppe haben etwas mit den WhatsApp-Gruppen, der dort empfohlenen App ADT-IATOP oder den angebotenen Investments zu tun. Auch die Behauptung, die Gruppen würden von einem Mitarbeiter der Advent International GmbH, Frankfurt am Main, geleitet, ist frei erfunden.
Typischer Ablauf des Betrugsschemas
Aus ähnlichen Fällen ist ein klar erkennbares Vorgehen der Betreiber bekannt:
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Anwerbung über Social Media
Über Anzeigen auf Facebook, Instagram oder anderen Plattformen werden kostenlose Tipps oder Seminare zum Aktienhandel versprochen – oft unter Verwendung von Fotos angeblicher Experten oder Logos seriöser Institute. -
Einladung in Chatgruppen
Interessierte werden in WhatsApp- oder Telegram-Gruppen geleitet. Dort tritt ein vermeintlicher „Experte“ auf, flankiert von einer „Assistenzperson“, die den Chat moderiert. -
Vertrauensaufbau
Über Wochen werden scheinbar fundierte Tipps und „Unterrichtsstunden“ angeboten. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen. -
Vorstellung angeblicher Anlagemodelle
Später wird ein „innovatives Finanzsystem“ präsentiert, häufig in Verbindung mit einem neuen Krypto-Token, der angeblich noch vor dem offiziellen Marktstart erworben werden könne. -
Gamification & Gewinnspiele
Mitglieder sollen durch tägliche Check-ins, Boni oder kleine Preise an die Gruppe gebunden werden. -
Anmeldung auf Plattformen oder Apps
Schließlich werden Anleger aufgefordert, sich bei externen Handelsplattformen oder Apps wie ADT-IATOP zu registrieren. Der Zugang wird als exklusiv und zeitlich begrenzt dargestellt. -
Erste Testgewinne & Auszahlungen
Kleinere Auszahlungen sind möglich, um Seriosität vorzutäuschen. -
Weitere Einzahlungen
Anleger werden zunehmend unter Druck gesetzt, höhere Beträge zu investieren. Zahlungen erfolgen meist über ausländische Konten oder in Kryptowährungen. -
Blockade von Auszahlungen
Sobald größere Summen eingezahlt sind, werden Auszahlungen an Bedingungen geknüpft oder ganz verweigert. Webseiten und Apps wechseln regelmäßig ihre Erreichbarkeit.
BaFin rät zur äußersten Vorsicht
Die BaFin stellt klar: Wer in Deutschland Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen erbringen möchte, benötigt eine ausdrückliche Erlaubnis. Anbieter ohne Zulassung handeln rechtswidrig. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten stets die Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen, um die Seriosität von Anbietern zu verifizieren.
Diese Warnung erfolgt gemäß § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG).